Verpackungssteuern: Hohe Kosten bei minimalem Umwelteffekt
Auf eine aktuelle Studie, die erstmals umfassend die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern untersuche, weist die Allianz Verpackung und Umwelt (AVU) gemeinsam mit verschiedenen Verbänden und Instituten, darunter Handelsverband Deutschland (HDE), Fachverband Faltschachtel Industrie (FFI) und Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) hin. Nach Berechnungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) und des ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg betrifft die kommunale Verpackungssteuer nur einen verschwindend kleinen Teil des Abfallaufkommens. „Selbst bei einer fiktiven Hochrechnung auf das gesamte Bundesgebiet würden das gesamte Verpackungsaufkommen in Deutschland damit lediglich um 0,04 Prozent sinken und die deutschen Treibhausgasemissionen um 0,0013 Prozent reduziert werden.“ Gepaart sei das Ganze mit einem hohen Verwaltungsaufwand seitens der Kommunen wie auch der betroffenen Unternehmen.
Die Studie merkt an: „Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge löst die Verpackungssteuer zwar Verhaltensänderungen aus, ihre ökologische Lenkungswirkung bleibt jedoch begrenzt. Verbraucher weichen etwa auf vorverpackte Convenience-Produkte aus, verzichten auf gastronomische Angebote oder nutzen nicht steuerpflichtige Verpackungen. Zudem zeigt sich ein Ausweichen in Nachbarkommunen, in denen keine Verpackungssteuer gilt. Das Ergebnis: Das Verpackungsaufkommen sinkt häufig nicht, sondern verlagert sich.“


