Archiv: creativ verpacken aktuell

Crunchips: Geschmacksreise nach Thailand

Aktuelle Verbrauchertrends aufzugreifen ist auch im Snackbereich nicht unerheblich.

Mit der neuen Limited Edition Thai Sweet Chili Style will Lorenz Snacks ab Mitte Februar fernöstlichen Geschmack ins Chipsregal bringen. Die Gestaltung der Beutel lag bei Reinbold Rost, Bonn. Auf Nachfrage von creativ verpacken erklärt Brandmanagerin Madlene Liepold das Konzept von Lorenz: „Mit den Crunchips Limited Editions wollen wir nicht nur neue, aufregende Geschmacksrichtungen anbieten, sondern rund um den Geschmack eine eigene konzeptionelle Welt schaffen. Bei Thai Sweet Chili Style greift das aufmerksamkeitsstarke Packungsdesign mit intensiven Farben und Elementen wie Lampions die lebendige, farbenfrohe Welt Thailands auf und macht die Kombination aus einzigartigem Crunch und würzigem Thai Sweet Chili-Geschmack bereits am Regal erlebbar. So nehmen Crunchips Konsumenten mit auf eine emotionale Geschmacksreise, die die Marke modern und einzigartig positioniert.“ Damit zahlt Lorenz Snacks auf scharf ein, was, so das Marktforschungsinstitut Circana, zu den stärksten Geschmacksfeldern im Kartoffelchipsmarkt zählt und daher ein hohes Nachfragepotential in allen Käufergruppen hat.

Koehler Paper Greiz: Lebendige Kreislaufwirtschaft

Es gibt Branchen, für die das Thema Recycling einfacher ist als für andere.

Materialfraktionen, wie Papier und Karton, die schon lange Produktionsabfälle oder Altpapier in ihre Herstellungsprozesse integrieren, sind erprobt. Neu hingegen ist, dass ein Unternehmen wie Koehler Paper Greiz aus 100 Prozent Altpapier hochwertige Materialien herstellt, unter anderem für Luxusverpackungen.
Diese komplexen Entwicklungsprozesse setzen ein hohes Know-how voraus. Der Weg zu Materialien für Premium- und Luxusverpackungen aus gemischtem Altpapier war mit Herausforderungen und Investitionen gepflastert. Dabei setzt Koehler Paper Greiz auf mehrere strategische Innovationsfelder, wie es Geschäftsführer Udo Hollbach im Gespräch mit creativ verpacken formuliert.

Bio-Zentrale setzt auf den PoS

Vor dem Handelsregal treffen Verbraucher ihre Entscheidung.

Mit PoS-Aktivitäten bis März 2026 will die Bio-Zentrale Naturprodukte Verbraucherbedürfnisse und saisonale Kaufanlässe miteinander verknüpfen. Über Aktionsdisplays, die Shopper United, Hamburg, gestaltet und DS Smith gefertigt hat, sollen die Verbraucher gezielt angesprochen werden. „Unser PoS-Konzept zum Jahresstart setzt auf Wiedererkennbarkeit und Aktivierung: Unsere Themendisplays der Marke Biozentrale verbinden den Veganuary* mit konkreten Verzehranlässen im Alltag. Sie wurden um aufmerksamkeitsstarke Aktionselemente wie Topper und Störer ergänzt, die das begleitende verbraucherorientierte Gewinnspiel unter dem Motto Dein Rezept. Dein Gewinn. klar kommunizieren. So werden saisonale Kaufanlässe und Verbraucherinteraktion konsequent miteinander verknüpft,“ erklärt Anja Leebmann, Marketingleiterin der Bio-Zentrale auf Nachfrage von creativ verpacken.
Mit der Kindermarke Bio Kids sollen Familien mit Kindern ab drei Jahren angesprochen werden. Die Gestaltung der Beutel lag bei Thomas von Pfetten-Arnbach, Freelance-Grafiker aus Bonn. Auch hier sollen Aktionsdisplays und entsprechende PoS-Maßnahmen Probierkäufe fördern.

* Die Organisation Veganuary motiviert und unterstützt Millionen von Menschen auf der ganzen Welt dabei, die pflanzliche Ernährung zu entdecken – im Januar und darüber hinaus.

Babor: Professionell in guten Händen

Jubiläen sollten gefeiert werden …

Die 1956 gegründete Marke Babor begeht in diesem Jahr mit zwei Sonder-Kollektionen den 70sten Geburtstag. Dr. Michael Babor, Gründer des Unternehmens, steht für das Hy-Öl, das – so die Marke – die Gesichtsreinigung revolutioniert habe.
Die Sets zur Reinigung – Anniversary Cleansing Sets – und das im exklusiven Jubiläumsdesign gestaltete und limitierte 70 Jahre Anniversary Set sind wie Coffee-Table-Books verpackt. Das Design entstand inhouse unter Leitung von Mirja Rousselle, Babor Vice President Global Marketing. Für creativ verpacken erklärt sie Details: „Isabel Bonacker und Dr. Martin Grablowitz haben als Co-Owner der Babor Beauty Group und als Teil der Inhaberfamilie dem Babor Anniversary Set ihre persönlichen Worte in Form eines Zitates geschenkt. Darin blicken sie zurück auf 70 Jahre Expert Skincare Made in Germany, auf die Vision von Dr. Michael Babor und der Reise von der Gründung des Unternehmens bis hin zur No. eins Professional Skincare Brand in der Europäischen Union.“
Das Set sei im Stil eines Coffee-Table-Books gehalten, um hier eine langlebige Verpackung zu schaffen, die durch ergänzende Informationen, Bilder und Veredelungen einen zusätzlichen ästhetischen und emotionalen Mehrwert biete. Das Set sei in Deutschland produziert worden

Jahnke Süßwaren: Lakritz mit Frucht kombiniert

Wenn traditionelle Marken neue Produkte entwickeln …

Die ISM in Köln ist für Lakritz von Jahnke Süßwaren eine gute Plattform, neue Sorten vorzustellen. Das 1970 gegründete Unternehmen gehört seit 2024 zur familiengeführten Boettger Gruppe und konzentriert sich unter dem Dach von Cavendish & Harvey Confectionery auf die Herstellung hochwertiger Zuckerwaren. Die neue Range Lakritz & Frucht umfasst die Geschmacksrichtungen Kirsch, Pfirsich und Himbeere. Einzeln verpackt sind sie durch das Sichtfenster der Folienbeutel zu sehen. Ein klarer Farbcode ermöglicht die Sortendifferenzierung.


Die Gestaltung stammt von der Hamburger Designerin und Illustratorin Stefanie Twellmann. „Ihre Gestaltung greift die maritime Herkunft und den nordischen Charakter der Marke auf und übersetzt diese in eine eigenständige, zeitgemäße Bildsprache. Die reprotechnische Ausarbeitung wurde von Your Media übernommen,“ erklärt Lennart Schumann, Marketingleiter / Produktmanagement von Cavendish & Harvey Confectionery und Jahnke Süßwaren, und nennt gegenüber creativ verpacken weitere Details: „Bei Jahnke Lakritz & Frucht liegt der gestalterische Schwerpunkt auf Herkunft und Charakter. Die nordisch geprägte Bildwelt mit maritimen Motiven, die sofort sichtbare Zweifarbigkeit der Bonbons und das transparente Sichtfenster machen das Prinzip Lakritz & Frucht unmittelbar erlebbar. Klare Farbkontraste und eine prägnante Typografie sorgen auch hier für einen Wiedererkennungswert im Regal und unterstreichen den selbstbewussten, zeitgemäßen Auftritt der Range.“
Ein Display fungiert als Hingucker am PoS. Es wurde von der Wellpappe Auerswalde gefertigt und greift Farbwelten, Typografie und grafische Elemente der Verpackungen auf, was eine konsistente Markenwahrnehmung am PoS ermögliche.

 

Beyond Meat: Grasgrün motiviert Aufmerksamkeit

Immer mehr Produkte und Marken konkurrieren auch im Tiefkühlbereich.

Ein überarbeitetes Packungsdesign hat die internationale, auf pflanzliche Alternativprodukte ausgerichtete Marke Beyond Meat kürzlich in die Tiefkühltruhen gebracht. Mit der neuen Gestaltung von Equator Design mit der Zentrale in Manchester / Großbritannien sowie weiteren Filialen in England und Nordamerika, will die Marke ihr Engagement für Nachhaltigkeit unterstreichen. Mit der neuen Produktfotografie im Fokus der Packungen und einem leuchtend grasgrünen Farbton soll das Design moderner und lebendiger wirken. Man habe zudem bei den Trays bis zu 35 Prozent recycelten Kunststoff eingesetzt und weniger Material für die Etiketten verwendet. Auch enthalte der Kartonmantel einen höheren Recyclinganteil.
„Wir freuen uns, mit unserem neuen Packungsdesign eine verbesserte Recyclingfähigkeit, stärkere Markenpräsenz sowie größere Regalattraktivität für Verbraucher und Händler in ganz Europa zu bieten“, erklärt Bente van Dam-Vernooij, Packaging Design & Development Managerin bei Beyond Meat.

 

Haldengut: Regional verbunden

Designs für international aufgestellte Produkte sind oft unspektakulär, davon muss sich eine regionale Marke absetzen.

Die Schweizer Biermarke Haldengut und die gleichnamige Brauerei gibt es seit 1843. Damals machte der Landwirt Ferdinand Ernst aus seinem Agrarbetrieb in Winterthur eine Brauerei. Bevor die Marke in den 1990er Jahren von Heineken Schweiz übernommen wurde, hatte sie sich zu einer der größten Brauereien der Schweiz entwickelt. Mit einem neuen Design, das von Exacta Pro, Basel/ Schweiz, entwickelt wurde, soll die starke Verwurzelung der Marke Haldengut in der Region Winterthur und im Großraum Zürich gestärkt werden. Gleichzeitig, so Janis Fasser, Brand Manager bei Heineken für die Marke Haldengut, wolle man eine Brücke zu jüngeren Konsumenten schlagen: „Das Redesign unterstreicht unsere Authentizität und die lange Tradition, die hinter jedem Haldengut-Bier steckt.“ Auf Nachfrage von creativ verpacken zum Designkonzept sagt Fasser: “Das Redesign der Hals- und Bauchetiketten von Haldengut und Haldenkrone bringt die Optik auf einen modernen, zeitlosen Stand – mit klarer Typografie und besserer Orientierung auf dem Etikett. Das ikonische Pferd wird als prägendes Gestaltungselement prominent eingesetzt und stärkt, aus dem Haldengut-Logo abgeleitet, die Wiedererkennbarkeit sowie einen konsistenten Markenauftritt.“
Die Etiketten werden im Offsetdruck von Ferdinand Walcher & C.F. Rees hergestellt.

Zenger: Biogenuss nach asiatischer Tradition

Alkoholfreie, gesunde Mixgetränke sind im Kommen.

Nach dem Motto Tradition trifft Moderne sind unter dem Markennamen Zenger zwei Ginger Blends auf den Markt gekommen: Bium (Klarheit) und Cheum (Erfüllung). Beide beinhalten verschiedene biologisch angebaute Zutaten, wie peruanischen Ingwer, und werden in Deutschland abgefüllt.
Bei der Gestaltung war es dem Team unter Leitung von Sehee Eom, Project Lead von Zenger, wichtig, ein stimmiges Design aus einer Hand zu schaffen. Deshalb wurde viel Zeit und Sorgfalt in die interne Entwicklung investiert. Asiatische Tradition sollte sich mit moderner Wellness verbinden. Die visuelle Identität basiert auf einem koreanischen Farbkonzept, der sogenannten Obangsaek-Philosophie, die sich auf die fünf Farben Blau, Rot, Gelb, Weiß und Schwarz konzentriert. Diese stehen für die vier Himmelsrichtungen sowie das Zentrum und symbolisieren zugleich die fünf Elemente (Ohaeng-sasang). Sie verkörpern Harmonie, Gleichgewicht, Wärme, Stabilität und Gesundheit. Gleichzeitig wird die Natur als dynamische Balance gesehen, in der Farben, Emotionen, Jahreszeiten, Menschen und Richtungen miteinander verbunden sind. In Korea werden viele Designs nach diesem Prinzip gestaltet, heißt es seitens der Marke.
„Bei der Entwicklung von Zenger haben wir uns das Ziel gesetzt, asiatische Tradition in einen modernen Wellness-Kontext zu integrieren. Unser Anspruch war es, Authentizität und Ästhetik zu vereinen. Dies spiegelt sich in unseren ausgewählten japanisch-koreanischen Inhaltsstoffen, unserem Logo, das von traditioneller koreanischer Kalligrafie inspiriert ist, sowie in der Gestaltung unserer Flaschen wider. Ganz besonders wird das in unserem Farbkonzept deutlich. Es orientiert sich an der koreanischen Obangsaek-Philosophie, in der jeder Farbton eine eigene Energie und ein eigenes Element symbolisiert. So ist jede Farbe bewusst ausgewählt, damit jede unserer Flaschen die Idee koreanischer Harmonie in die Welt hinausbringt,“ erklärt Sehee Eom auf Nachfrage von creativ verpacken.
Bei den Etiketten ermögliche das rauhe, papierähnliche, haptische Material, die Qualität nicht nur zu sehen, sondern bei jeder Berührung der Flasche auch unmittelbar zu spüren.

Dog de Lux: Parfum für Hunde

Duft ist ein Versprechen – auch für Vierbeiner.

Gemeinsam mit dem Dufthaus Galimard und dem Verpackungshersteller Coverpla brachte Bruno Mocher, Vertriebsexperte für Haarpflegeprodukte, einen Duft der Luxusklasse für Hunde auf den französischen Markt. Das Nischenprodukt sollte zudem bezahlbar sein. „Bislang gab es nur Sprays in einfachen Flaschen, die nichts Besonderes waren“, erklärt Mocher. „Meine Idee war es, die neun Millionen Hundebesitzer in Frankreich anzusprechen, von denen sieben Prozent bis zu 3 000 Euro pro Monat für sogenannte Freizeitprodukte ausgeben.“ Seine Schwester Dominique unterstützte das Projekt und erarbeitete mit Galimard das Konzept eines leichten, eleganten, alkoholfreien Dufts ohne aufdringlichen Geruch. Beim Gestaltungskonzept des schlichten Flacons von Coverpla – mit einer Pumpe, die durch ein feines, gleichmäßiges Sprühmuster überzeugte, und einer passenden Pumpabdeckung – arbeiteten die Geschwister mit dem Designer Damien Marcos von der Agentur Flying Fish, Saint Didier-au-Monts-d’Or/ Frankreich, zusammen.
„Wir sind genauso vorgegangen wie bei einem Luxusparfum, ohne unnötigen Schnickschnack. Dieses Produkt ist ein Zeichen ultimativer Raffinesse, das vor allem dem Meister Freude bereitet. Es ist ein Geschenk, daher auch die Box“, sagt Bruno Mocher. Und Sébastien Saussereau, Direktor von Coverpla, ergänzt: „Bei dieser Entwicklung haben wir die Codes der High-End-Parfümerie mit einer raffinierten, zeitgemäßen Verpackung umgesetzt, die sowohl schön als auch praktisch ist.“
Die Faltschachtel greift das Motiv des Etiketts auf und unterstreicht den edlen Charakter durch eine Heißprägung.

Fofftein Seel: Likör erzählt Geschichte

Storytelling gehört zu den Instrumenten, die eine Marke in Szene setzen.

Ein Likör aus Weizenfeindestillat, verfeinert mit Auszügen von in Rum eingelegten Rosinen, Zitrusfrüchten, Orangenzesten, Vanille, Mandeln, Zimt und einer Salznote – diese Rezeptur ist der Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried gewidmet, die 15 Menschen getötet haben soll und 1831 dem Haftrichter vorgeführt wurde. Angeblich wollte sie mit einem Likör weitere Menschen umbringen … Diese düstere Geschichte hat die Bremerhavener Manufaktur Copper & Brave – Purveyors of Finest Spirits aufgegriffen. „Unsere Kunden kaufen nicht nur den außergewöhnlichen Geschmack der Spirituosen, sie kaufen auch eine Geschichte, die sie gerne weitergeben. Das schafft eine emotionale Bindung. Fernab von Sensationslust basiert unser neuer Likör Fofftein Seel auf einem historischen Ereignis der Stadt Bremen“, erklärt Birgit Braue, Geschäftsführerin von Copper & Brave. In Szene gesetzt wurde der Likör von der Designagentur Braue Marken-Experten, Bremerhaven, die für den Likör eine Flaschenform wählte, die an die damalige Zeit erinnern soll. Anstelle typischer Etiketten sprechen verschiedene Amtssiegel über das Sicherstellen des vermeintlichen Beweisstücks. Ein besonderes Detail sei die Miniatur des sogenannten Spucksteins, welche an jeder Likörflasche zu finden sei.