Archiv: creativ verpacken aktuell

Padma: Klarer Farbcode

Verpackungen im Pharmabereich setzen oft auf schlichte Gestaltung mit viel Weiß im Hintergrund.

Die Nahrungsergänzungsmittel des Schweizer Unternehmens Padma orientieren sich an Rezepturen aus Tibet, die den Stoffwechsel unterstützen sollen. Das Packungsdesign mit seinem Weißanteil soll sowohl die Qualität unterstreichen als auch den Bezug zu den jahrhundertealten tibetischen Rezepturen herstellen. Inspiriert von den Tibetischen Gebetsfahnen wurde jeder Formel eine Farbe verliehen. Passend zu den Fahnen wurden Farbstreifen ausgewählt, die sich auch in den Produktnamen wiederfinden. Die grüne Ecke rechts oben stehen für die Begriffe nachhaltig, natürlich, rein.
Das aktuelle Gestaltungskonzept wurde mit Sto Pharmawerbung, Wil/Schweiz, umgesetzt. „Das neue Packungsdesign verkörpert die Padma-Qualität und den Gedanken, dass durch unsere schonenden Herstellungsprozesse und die strengen Qualitätstests die volle Kraft der Natur in die Hände der Verwender kommt. Dies ganz im Sinne unseres Slogans: Tibetische Rezepturen aus der Schweiz. Natürlich!“, erläutert Dr. Herbert Schwabl, Co-CEO von Padma.
Auf der Rückseite steht der Rezepturname in tibetischer Sprache sowie drei Aufzählungspunkte, die den Produktnutzen jeweils auf Deutsch ausführen.

 

Young Poets: Spiel mit Buchstaben

Wer Kunden am Weinregal packen möchte, der tut gut daran, seinen Markenauftritt bewusst zu planen.

Was nützt ein guter Tropfen in der Flasche, wenn die Verpackung das nicht kommuniziert? Eliah Werner kennt sich mit Marken und Marketing aus. Als Genießer hat er Freude an gutem Wein. 2019 hat er deswegen Young Poets – The Good Wine Company ins Leben gerufen. Hier werden Weine junger talentierter Winzer abgefüllt. Bei den Etiketten, die Werner selbst gestaltet hat, verlässt er sich darauf, dass Begriffe trotz fehlender Vokale problemlos erkannt werden. Mit frechen Sprüchen soll die Fantasie der Konsumenten angeregt werden. Von jeder verkauften Flasche gehe ein kleiner Betrag an die Stiftung Lesen.
„Winzer fokussieren sich darauf, den besten Wein zu kreieren, aber nicht darauf, wie sie es schaffen, im Regal aufzufallen und Kunden mit Design zu begeistern“, so Werner über sein Gestaltungskonzept. Der Marketingmann will Konsumenten bereits zwei bis drei Meter vor dem Regal überzeugen. Bei drei Metern Entfernung falle das ungewöhnliche Design der Flaschen auf. Bei zwei Metern würden Weinfarbe und Rebsorte gesucht. „Hier habe ich mit den Rebsorten gespielt, die Vokale entfernt: GRAUBRGNDR“, so Werner weiter. „Ein Meter: Dann befassen sich die Kunden mit dem Wein und lesen: Fifity Shades of GRAUBRGNDR, was sie positiv überrascht und hoffentlich zum Schmunzeln bringt. Die Namen basieren auf Kunden-Insights zu Themen, die via Social Media und Hashtags relevant für sie sind.“ Der Kopf entziffere das BRGNDR zu Burgunder. Mit der Marke Young Poets würden positive Bilder assoziiert.
Gedruckt wurden die Etiketten von der Druckerei Hügelschäffer. Das Logo und der Weinname sind jeweils mit Lack veredelt.

Altonaer Kaviar Import Haus: Blick nach vorne

Kaviar ist traditionell etwas Besonderes, doch nun sollen neue Zielgruppen erreicht werden.

Als eines der ältesten Kaviarhäuser der Welt richtet das Altonaer Kaviar Import Haus (AKI) den Blick nach vorne. Für die neue strategische Ausrichtung waren Natürlich- und Lässigkeit sowie Storytelling gefragt. Dafür engagierte das Unternehmen die Hamburger Agentur Mutabor.
Eva Maria Pankalla, Director Marketing & Kommunication bei AKI, über die neue Verpackung: „Wir haben eine Produktlinie entwickelt, die sich visuell und thematisch vom Mythos der alten Kaviarwelt verabschiedet. Die Designs verknüpfen Zeitgeist, Natürlichkeit, Lässigkeit. Dinge, die früher nicht primär mit Kaviar verbunden wurden.“ Damit einher ging auch ein Relaunch des Logos, das nun deutlich schlichter daher kommt. AKI positioniere sich als Wegbereiter für einen neuen Kaviargenuss, ohne dabei den Respekt für das Handwerk Kaviar aus den Augen zu verlieren, so Pankalla weiter: „Das öffnet die Tür für andere – und ich sage bewusst nicht jüngere – Zielgruppen und neue Multiplikatoren im Foodsegment mit hoher visueller Ästhetik.“
Für Mutabor war es neben der Neupositionierung auch eine interessante Herausforderung, den Launch der neuen Kaviar-Bar im Berliner KaDeWe zu begleiten.

Stelvio Gin: Ode an die Natur

Eine Region prägt auch die Produkte, die sie hervorbringt.

Hubschrauberpilot Nicki Wallnöfer stellt mitten in Südtirol im Herzen des Nationalparks Stilfser Joch seinen eigenen Bio-Gin namens Stelvio her. Für ihn ist klar, : „Als Bio-zertifzierter Produzent von Kräutern gibt es für uns nur einen Weg. Alle unsere Produkte müssen dieses Label tragen. Nur so kann und wird unser Stelvio-Gin unseren Ansprüchen gerecht.“ Diese Klarheit findet sich auch in der Gestaltung wieder. Die Designer von Brand Gorillas, Bozen/ Italien, entwickelten den Markenauftritt. Agenturchefin Ulrike Prader erläutert das Zusammenspiel von hochwertigem Gin, türkisblauem Glas (von Vetroelite), präzisem Siebdruck und veredeltem Karton (von Cartotrentina) als einem Meisterwerk aus Design und Handwerkskunst, das den Wert des passionierten Projekts aus den Bergen unterstreicht: „Die ruhende Form der Glasflasche mit schwarzem Holzverschluss ist eine Hommage an die majestätische Schönheit des Stilfser Jochs. Der türkisblaue Lack greift das Schimmern des Gletschereises auf. Der Siebdruck auf der Flasche zeichnet einige der prägendsten Kehren dieser Passstraße mit ihren 48 Kehren nach. Die Linienführung vermittelt einen Hauch von Abenteuer und erinnert an die Geschichte dieses technischen Meisterwerks.
Der schwarze und lichtgrüne Siebdruck auf dem türkisblauen Glas schafft einen starken Kontrast und verleiht dem Packaging eine visuelle Tiefe und Raffinesse. Die Flasche wird in einem schwarzen Single-Karton überreicht, welcher mit glänzendem UV-Lack veredelt ist.“
In diesen Gin, so verrät Wallnöfer, kommen nur die besten Bio-zertifzierten und teils von Hand selbst gepflückten Kräuter. Viele Stunden Arbeit, aber auch Passion und Liebe zur traditionellen Herstellung flössen in Stevio Gin …

Melitta: Neue Spezialitäten

Kaffee in seiner Vielfalt erfährt immer neue Variationen – und das auch bei der Gestaltung.

Anlässlich der Internorga präsentierte Melitta Professionell La Tazza Verde® Selection. Die Bio- und Fairtrade-zertifizierten Bohnen aus Kolumbien werden von der Kooperative Anei gewaschen und getrocknet, bevor diese in der Melitta Manufaktur in Bremen geröstet werden. Bei der Verpackung für den B2B-Bereich setzte das Unternehmen auf die GfG Gruppe für Gestaltung, Bremen.
Designer Ole Bergmann erläutert den Hintergrund: „Wir wollten mit der Verpackung zwar einen Bezug zur Herkunftsregion Kolumbien herstellen, aber nicht mithilfe der typischen Symbole und Wahrzeichen. So sind wir auf die Idee gekommen, die Herkunftsregion über Tiere abzubilden.“ Faultier (Filterkaffee), Gürteltier (Café Créme) und Kolibri (Espresso) wurden nun auf die Etiketten gehoben. Im übrigen habe der Auftrag richtig Spaß gemacht, so Bergmann weiter: „Es kommt selten vor, dass wir bei Lebensmittelverpackungen so viel Gestaltungsfreiheit haben. Toll, dass der Kunde das zugelassen hat.“

Alcina: Vitaminpower

Strahlende Schönheit kommt von innen. Dabei unterstreicht eine passende Pflege die positive Ausstrahlung.

Auf eine Tages- und Nachtpflege setzt Alcina Kosmetik. Während die Tagescreme den guten Start in den Tag unterstützen soll, setzt die Nachtcreme auf eine Regeneration der Zellen. Die Designidee wurde vom Produktmanagement von Alcina entwickelt und von Pure Kommunikation, München, umgesetzt.
Carlo Borg, Produktmanager von Alcina Kosmetik, erklärt auf Nachfrage von creativ verpacken das Designkonzept: „Das Gesamt-Gestaltungskonzept ist auf die volle Vitaminpower für glückliche Haut ausgerichtet. Diese Positivität soll auch die Farbgebung transportieren. Das zarte Gelb passt zum Thema Vitamin C und zur Tagescreme, der dunklere Blauton der Nachtcreme steht für Ruhe und Regeneration der Haut. Die Tiegel werden durch einen matten Look veredelt.“
Die Tiegel stellte Louvrette her und bedruckte sie im Siebdruck.

Cosmetic Business 2023: Trends, Farben und Materialien für die Kosmetikverpackung

Wie Kreisläufe für Verpackungen in der Kosmetikbranche funktionieren können, darüber informiert die Messe in München.

Auf der Cosmetic Business, internationale Fachmesse für Kosmetikherstellung und -verpackung, werden aktuelle Trends aus der Kosmetik-Verpackungswelt vorgestellt. Im Fokus sind: innovative Packstoffe und Materialien, verschiedene Packmittel wie Flaschen, Tiegel, Dosen und Tuben sowie Verschlüsse und Faltschachteln. Etwa die Hälfte der rund 400 Aussteller und vertretenen Unternehmen gibt vielfältige Impulse für eine nachhaltige und kreislauffähige Verpackungslösung.

Cosmetic Business vom 14. bis 15. Juni 2023 im MOC München

Teekanne: Kalte Sommergetränke

Hausgemachte Limonaden sind beliebt.

Dieser Trend macht auch vor dem Sortiment von Teekanne nicht halt: So entstanden unter dem Claim Cold & Fresh vier Geschmacksrichtungen mit Biozutaten, die kalt aufgegossen werden: Grapefruit-Minze-Ingwer, Orange-Rosmarin, Pfirsich-Maracuja und Zitrone-Minze.
Gestaltet wurden die Packungen und ein Display in Kühlschrankoptik, wie es Teekanne formuliert, von der Münchner Agentur Friedlhampen. Für creativ verpacken erläutert Andreas Friedl das Designkonzept: „Der Fokus der Gestaltung von Cold & Fresh liegt auf einer natürlich-genussvollen Abbildung eines hausgemachten Kaltgetränks in Bio-Qualität. Das Designkonzept überträgt dabei Elemente aus dem Homemade-Lemonade-Trend, wie das Einmachglas als Trinkgefäß, in einen sommerlich-frischen Look & Feel. Abgerundet wird dieser durch eine Typografie im hand-crafted Style und natürlichen Texturen im Hintergrund. Das Packungsdesign wirkt dabei stylisch, natürlich und lecker.“

Hansaplast: Bandagen für Stabilität

Sportler brauchen Halt – nicht erst nach einer Verletzung.

Rund 140 Gelenke, so berichtet Hansaplast, sorgen für Beweglichkeit im menschlichen Körper. Um diese und die Muskulatur zu schützen, hat das Unternehmen verschiedene Bandagen auf den Markt gebracht: Protective Bandagen und Performance Bandagen. Mit der Gestaltung der Verpackungen war Design for Human Nature, Hamburg, beauftragt.
Arne Schultchen, Gründer und Creative Lead der Agentur, erläutert für creativ verpacken das Gestaltungskonzept: „Bei gutem Design geht es darum, Halt zu geben, genau wie eine Bandage, die die Bewegungen ihres Trägers unterstützt. Sie ist nah am Menschen und fügt sich nahtlos in sein tägliches Leben und seine Aktivitäten ein. Deshalb zoomt unser Design ganz nah an das Produkt, die Szene, die Nutzung und die Handhabung heran. Wir machen die Struktur der gewebten Produkte sichtbar, zeigen ihre Flexibilität und erklären ihre Funktionalität durch den Einsatz von leicht verständlichen Symbolen.“
Die Kartonverpackung der Protective Bandagen hat eine halbglänzende Oberfläche. Das Markenlogo fällt durch eine Kombination aus Prägung und Glanzlack auf. Die Kartonverpackung der Performance Bandagen hingegen hat ein mattes Finish. Das Markenlogo ist ebenso veredelt wie bei den Protective Bandagen. Alle gelben Elemente in und um das Produkt sind zudem mit einem glänzenden Finish versehen.

Roland Foods: Produkte, die Geschichte schreiben

Internationales gab es zu allen Zeiten – nur anders als heute.

Der Deutsche Bruno Scheidt gründete 1934 in Paris sein eigenes Lebensmittelunternehmen mit Namen Roland. Gemeinsam mit seiner Frau emigrierte er 1940 in die USA und gründete hier Roland Foods, ein Unternehmen, das sich unter anderem darauf spezialisierte, schwer zu findende Lebensmittel aus Europa und Asien anzubieten. Der Name Roland leitete sich vom Ritter Roland ab, der rechten Hand von Karl dem Großen, der immer in sein Horn blies, wenn Ungemach drohte.
„Die lebendigen visuellen Geschichten zelebrieren Essen und Kultur aus der ganzen Welt; sie unterstreichen die Idee, dass Roland Spannung, Lebendigkeit und Vielfalt bietet, indem es internationale Lebensmittel auf unseren Tisch bringt“, erläutert Matt Sia, Kreativdirektor bei Pearlfisher New York/USA. Roland Foods beauftragte die Agentur mit einem Relaunch der Einzelhandelsmarke und des Produktportfolios. „Wir mussten die Überschneidungen zwischen dem, was Roland ausmacht, und dem, was die Menschen heute wollen, wenn sie Lebensmittel zum Erforschen, Entdecken und Zusammenkommen verwenden, nutzen.“
Mit der neuen Identität begrüße die Marke die Vielfalt und ermögliche es jedem Produkt, seine eigene, einzigartige Wirkung zu entfalten, während sie gleichzeitig durch lebendige Farben und ein einheitliches Design Küche, Zutaten, Herkunft und Vielfalt feiere.