Archiv: creativ verpacken aktuell

The Macallan: Kostbare Abfüllung

Erlesene Produkte brauchen eine ebensolche Verpackung.

The Reach Single Malt Whisky ist eine Rarität: 81 Jahre in einem ehemaligen Sherry-Fass gereift ist er der älteste Whisky, der jemals von der schottischen Brennerei The Macallan herausgebracht wurde. The Reach wurde 1940 während des zweiten Weltkriegs hergestellt und zur Reifung in Fässer gefüllt. Master Whisky Maker Kirsteen Campbell wählte das Fass von 1940 für die Herstellung von The Reach aus und beschloss, es sei an der Zeit, diesen kostbaren Whisky mit der Welt zu teilen. Abgefüllt wurde er in 288 Dekanter aus mundgeblasenen Glas. Diese werden jeweils von einer dreihändigen Bronzeskulptur gehalten. Die drei Hände stehen für die Arbeiter der Destillerie von 1940, für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Allan Shiach, dessen Großvater das Unternehmen 1940 leitete und für Kirsteen Campbell. Die Bildhauerin Saskia Robinson schuf die Bronzeskulptur, deren Schimmer einen Kontrast zum dunklen, rotbraunen Inhalt bildet. „Die Oberfäche des Dekanters weist feine Vertiefungen auf, die den Fingerabdrücken der bronzenen Hände entsprechen, die sie tragen“, heißt es in einer Verlautbarung. Die Holz-Kassette, in der der Dekanter ruht, soll aus dem Holz einer umgestürzten Ulme gefertigt worden sein, die 1940 vermutlich auf dem The Macallan Estate gestanden hat.

Skinvisibles: Sonnenschutz für jeden Tag

Hautpflege wird immer komplexer…

Wer möchte sein Bad mit einer Ansammlung an Tuben für alle Gelegenheiten dekorieren? Das Schweizer Unternehmen Skinvisibles will mit der neuen Pflegeserie gleich mehrere Aspekte abdecken: UV-Schutz und tägliche Pflege.
Das Gestaltungskonzept der Tuben wurde inhouse entwickelt und gemeinsam mit Katharina Jaisle von der Agentur Jaikat, Freudenthal, umgesetzt.
„Unter unserer Marke Skinvisibles stellen wir unsichtbaren Sonnenschutz für sichtbare Resultate her – daher der Name bestehend aus skin, visible und invisible)“, erklärt Daniel Müller, Produkt Manager bei Skinvisibles, auf Nachfrage von creativ verpacken. „Die Produkte sind fokussiert auf die tägliche Verwendung an 365 Tagen und entsprechend bewusst nicht in den klassischen Sonnenschutz-Farben orange/gelb gestaltet, da dies eine Limitierung der Verwendung nur auf die Urlaubszeit mit sich bringen würde. Aufgrund langjähriger Berufserfahrung mit Kosmetik speziell für den asiatischen Markt war es auch ein Anliegen, die Produkte mit einem elegant-modernen Design zu gestalten – und nicht die klassischen Design-Elemente von etablierten Kosmetik-Marken zu übernehmen.“
Für die Tuben wurde ein Verbundmaterial gewählt, um den Inhalt optimal zu schützen. Die Hintergrundfarbe wurde im Offsetdruck aufgebracht, die großen Designelemente danach im Siebdruck dekoriert. Die Faltschachteln wurden mit einem Drip-off-Lack veredelt.

The Dark Side Of The Moon: Jubiläumsedition

Manche Alben schreiben Geschichte …

50 Jahre ist es her, dass die englische Rockband Pink Floyd ihr Album The Dark Side Of The Moon veröffentlichte. Es entwickelte sich zu einem der am meisten verkauften Alben aller Zeit. Das Cover Design des Albums stammte von der britischen Agentur Hipgnosis, die von 1968 bis 1985 Musikhüllen gestaltete. Die Jubiläumsedition 2023 auf Basis des Hipgnosis-Designs, eine Limited Edition, gestalteten die Pentagram-Partner Harry Pearce und Jon Marshall. Das ikonische Prisma-Design sei die Basis für das neue Box-Set gewesen, erklärt Harry Pearce: „Indem ich das Hipgnosis-Thema des alten Ägyptens und der Pyramiden aufgriff, dachte ich über das wunderbare Gefühl der Entdeckung nach, das in der Idee eines verschachtelten Sarkophags steckt. Die Schichten und Lagen enthüllen Erinnerungsstücke, und in der Mitte das Original.“
Aubrey Powell, einer der Gründer von Hipgnosis, zeigt sich begeistert von der Idee: „Jon und Harry griffen den ägyptischen Einfluss der Pyramiden und die Idee eines Sarkophags auf. Wenn man die mehrschichtige Verpackung auspackt, ist die letzte Freude die innere goldene Box, die die erste Live-Vinyl-Scheibe von The Dark Side Of The Moon enthielt.“ Jon Marshall beschreibt das Konzept: „Das Zusammenfügen der Boxen war eine technische Herausforderung, da mehrere Elemente miteinander verbunden waren und genau zusammenpassen mussten. Wir wollten keine Schaumstoff- oder Plastikeinlagen verwenden und lösten das Problem mit Hilfe von Kartontechniken, umfangreichen Prototypen und Bemusterungen.“

O. Kleiner: Kaffeebeutel aus Monomaterial

Welche Lösungen auch für kleinere und mittlere Verpackungsmengen sinnvoll sind, zeigt das Schweizer Unternehmen auf der Interpack 2023.

Die O. Kleiner AG stellt auf der Fachmesse in Düsseldorf Produkte aus, die aus der langjährigen Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens entstanden sind. Die Genprotect® Linie ermöglicht unter anderem Monostoffverbunde mit hohen Anteilen an nachwachsenden Rohstoffen. Vorgefertigte Spezialbeutel mit Zipper und Ventil werden ebenso ausgestellt wie auf der neuen HP Indigo 25K digital bedruckte Anwendungen, die durch die neue Funktion Continuous Color Calibration eine konstantere Farbgebung erzielen. Transparente, peelbare Dosendeckel Canpeel® runden das Standkonzept auf der Messe ab.

Interpack 2023 vom 4. bis 10. Mai 2023, Düsseldorf, Halle 9, Stand J35/36

Crate: Wein ohne Etikett

Im Zuge von Einsparungen von Verpackungsmaterialien beschreitet ein Rotwein neue Wege …       

„Als erster etikettenloser Wein ist Crate auf dem Weg, die Branche aufzurütteln, in der zwar viel über die Auswirkungen der Verwendung von Plastikverpackungen auf die Umwelt diskutiert wird, jedoch kaum erkannt wird, dass auch Papieretiketten Teil des Problems sind“, erklärt Rowena Curlewis von der australischen Designagentur Denomination aus Ultimo. Alle Informationen des Weines aus dem Hause Fourth Wave Wines sind auf der Verschlusskappe untergebracht. Der in Fässern gereifte Wein aus einigen der führenden Rotweinanbaugebiete Australiens stammt von Boutique-Weingütern.
„Die Herausforderung bestand darin, die energieeffizienteste Lösung zu finden. Das Bedrucken der Flasche wäre mit unglaublich hohen Temperaturen verbunden gewesen, also haben wir uns für die Verschlusskapsel entschieden, auch wenn das bedeutete, auf kleinerem Raum kreativ zu sein“, so Curlewis weiter. Diese enthalte alle geforderten Informationen. Der Rotwein sei in Flaschen mit Fehlern abgefüllt worden, die normalerweise wieder eingeschmolzen würden.
Der Wein kann nur kistenweise (jeweils sechs Flaschen) im australischen Getränkehandel erworben werden. Die Wellpappkartonagen sind entsprechend bedruckt.

Ikkari: Körperpflege des 21. Jahrhunderts

Apothekerkosmetik hat längst den Weg des grauen Mäuschens verlassen …

Inspiriert von der griechischen Insel Ikaria entstand bei Adrian Norris die Idee einer Kosmetik, die den Körper äußerlich und innerlich zu Wohlbefinden führt: Ikkari. Für den kreativen Part und das Entwerfen der Markenwelt der Wellnesskosmetik wurde die internationale Designagentur Made Thought, London/Großbritannien und New York/USA, beauftragt. Die Art Direktion lag bei der in Australien lebenden Designerin Bruna Volpi.
Entstanden ist, so die Agentur, eine Designsprache, die sich an Herkunft, Lebensstil und Wirksamkeit orientiere. Farben und eingesetzte Verpackungsmaterialien wurden von der Landschaft der griechischen Insel inspiriert – von der wilden Vegetation bis hin zum Naturstein, der in warmes Licht getaucht ist. Ziel war es, Ikkari als Wellness-Marke auszurichten. 71 Produkte wurden in Glas oder Aluminium verpackt.

Bakic Design: Geheimnisvolle Puderdose

Zu welcher der kleinen handlichen runden oder eckigen Packungen mit dekorativer Kosmetik greife ich?

Der PoS zeigt an manchen Stellen im Regal erstaunlich einheitliche Produktbotschaften. Dennoch gibt es gerade im Bereich der Puderdosen neue, lebendige Gestaltungsansätze. So hat Bakic Design, München, kürzlich Mystic Jungle vorgestellt. Damit will die Agentur die Benutzerin in eine neue Welt abholen. Die Blattmotive laden geradezu ein, sich in den Dschungel zu begeben und Neues zu entdecken. Doch auch andere Motive, ähnlich lebendig, sind möglich, bekräftigen die Kreativen.

Lochlea Distillery: Getorfter Whisky

Limitierte Abfüllungen sind bei kleinen Brennereien normal, bei großen werden sie genutzt, um das besondere Interesse der Zielgruppen zu wecken.

Der erste getorfte Whisky der unabhängigen schottischen Lochlea Distillery ist auf dem Markt. Ihn zeichnet eine besondere Flasche mit einem eisblauen Etikett aus, das für die kalten und frostigen Nächte an der Westküste von Ayrshire steht, der Grafschaft, in der die Brennerei ihren Sitz hat. Die Gestaltung des Etiketts und der dazugehörigen Faltschachtel wurde mit der schottischen Agentur Contagious, Edinburgh, umgesetzt. Gemeinsam entstand auch das Konzept für die Glasflasche.
„Unser Whisky ist das Wichtigste bei Lochlea, aber wir wollten, dass die Flasche in einem wettbewerbsintensiven Markt aus den Regalen herausragt. Deshalb haben wir ein maßgeschneidertes Glas konzipiert, das einen klaren Bezug zum Bauernhof hat, zum Beispiel die Prägung auf den Seiten unserer Flasche, die die Traktorenspuren hervorhebt, die man überall auf dem Gelände der Brennerei sieht“, erklärt David Ferguson, Commercial Director von Lochlea Distillery, auf Nachfrage von creativ verpacken.
Die Glasflasche wurde gemeinsam mit dem Flaschenhersteller Vetreria Etrusca umgesetzt. Die Faltschachtel druckte Thomson Print & Packaging.

Cleancult: Neu aufgestellt

Ungewöhnliche Verpackungskonzepte sorgen am PoS für Aufmerksamkeit.

Die amerikanische Reinigungsmarke Cleancult versteht sich als nachhaltig und legt wert auf entsprechende Verpackungen. Die Produkte können in einer Glasflasche mit Spender gekauft und nachgefüllt werden. Hier setzt das Unternehmen, um möglichst viel Kunststoff zu vermeiden, auf den Getränkekarton. Die Marke versteht sich mit den Verwendern als kultige Gemeinschaft. Der bisherigen sachlichen Positionierung gelang es nicht, die beabsichtigte Anhängerschaft zu gewinnen, wie Natalie Redford, Senior Creative Strategist der mit der Neupositionierung beauftragten Designagentur Robot Food, Leeds/ Großbritannien, unterstreicht.
Bei der Gestaltung konzentrierten sich die Kreativen auf das Konzept eines Cult of Clean. Eine deutlich verspieltere Typo, ergänzt durch das sternförmige Glanzsymbol, soll die Zielgruppen aus dem Regal heraus erreichen. Neben einem klaren Farbkonzept, das auf die Inhaltsstoffe abhebt, dient der bogenförmige Hintergrund mit den gezeichneten Anwendungssymbolen als Fenster in die Welt der Marke.

Tuc Bake Rolls: Auffallend Gelb

Der kleine Snack zwischendurch ist aus dem Verbraucher-Alltag kaum wegzudenken.

Tuc, eine Marke von Mondelēz International, ist bekannt für salzige Kräcker. Dieses Angebot wird nun durch Brotchips erweitert, die als Tuc Bake Rolls in den Handelsregalen stehen. Vier Geschmacksrichtungen mit unterschiedlichem Sorten-Farbton und den jeweiligen Zutaten auf der Vorderseite lachen die Verbraucher-Zielgruppen an. Gestaltet wurden die im Tiefdruck bedruckten Folienbeutel von Dragon Rouge, Paris.
Auf Nachfrage von creativ verpacken erklärt Jan Trichterborn, Marketing Director Bakery DACH bei Mondelēz International: „Für uns ist es besonders wichtig, den Konsumenten einfache und schnelle Orientierung am Regal zu bieten. Durch die auffällige gelbe Farbe der Verpackung und das unverwechselbare Tuc-Branding erreichen wir maximale Aufmerksamkeit am PoS. Gleichzeitig finden die Konsumenten gezielt und mit einem Blick ihre liebste Tuc Bake Rolls Sorte, da jede Geschmacksrichtung über ihre eigene Farbgebung verfügt. Beim Designkonzept war es uns außerdem wichtig, das Produkt – den leckeren Brotchip – klar in den Fokus zu stellen. Die großflächige Inszenierung unseres dünnen, knusprigen Brotchip inmitten seiner Zutaten auf der Vorderseite weckt die Lust auf Knabberspaß und erhöht so den Kaufanreiz.”