Archiv: creativ verpacken aktuell

Ichikudo: Kalenderkunstwerk

Sie hängen an der Wand oder stehen auf dem Schreibtisch – die Zwölfmonatigen-Jahresbegleiter.

Die japanische Druckerei Ichikudo Printing überrascht Jahr für Jahr mit einer Kalenderbox, in die zu einem bestimmten Thema Monatskarten eingelegt sind. Für 2023 stand der Fischmarkt in Tokio Pate: der Tsukiji Outer Market. Die japanische Hauptstadt gilt als größter Fischumschlagplatz der Welt. In den vergangenen Jahren hat sich die Wasserqualität der Bucht von Tokio verbessert, so dass es dort wieder eine Vielzahl an Fischen gibt. Diesem Umstand will der Kalender „Tokyo Bay Fish Calendar 2023“ von Ichikudo Printing Rechnung tragen, mit dem Ziel, diese besondere Bucht und ihre Fischvielfalt zu schützen.
Gestaltet hat die Box mit den zwölf Monatskarten das Hosoyamada Design Office, Tokio/Japan. Entstanden sind zarte Kunstwerke, die jeweils einen Fisch zeigen. Gedruckt wurde im Offset- und UV-Siebdruckverfahren, veredelt im Heißprägeverfahren und per Blindprägung. Auf den Rückseiten der Monatskarten lässt sich Wissenswertes über den jeweiligen Fisch erfahren.

Cremetuben: Präsentationskonzept

Kosmetikprodukte sind oft besonders aufwendig verpackt …

Das gewisse Etwas erwartet die Verbraucherin bei hochpreisigen Kosmetikprodukten sowohl vom Produkt als auch von der Verpackung. Da müssen sich Packungsdesigner wie -hersteller etwas einfallen lassen.
Für drei Tuben entwickelte Dahlinger eine Präsentationsverpackung mit Stülpdeckel. Durch ein lichtdurchlässiges Papier schimmert das dahinter ausgestanzte Muster der Rückwand, das sowohl auf den Tuben als auch dem Stülpdeckel aufgegriffen wurde. „Der daraus entstehende Effekt ähnelt der Tiefenunschärfe einer Kamera“, erklärt Benjamin Holch, Head of Design des Verpackungsherstellers. „Beim Transport werden die drei Tuben sicher vom Stülpdeckel in Position gehalten, während sie in der geöffneten Präsentation komplett frei stehen.“

Dr. Oetker: Götterspeise neu gestaltet

Vereinheitlichung ist wichtig, vor allem, wenn immer mehr Produkte ins Sortiment kommen.

Seit fast 50 Jahren gehört die Götterspeise zum Dessertsortiment von Dr. Oetker. Nun hat sich das Marketingteam entschieden, die Verpackung zu modernisieren, um einerseits mehr Fans zu gewinnen, andererseits treue Kunden mit einer frischen Gestaltung zu begeistern. Ein Nutri-Score soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen. Mit dem Relaunch war die Graphic Group in Bielefeld betraut. Die Kreativen setzten zudem eine gut sichtbare Sortenbezeichnung auf die Becher.
Anja Mensing, Junior Brand Managerin Dessert bei Dr. Oetker, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Das neue Design vereint Bewährtes mit frischen Impulsen – und lenkt die Aufmerksamkeit auf Dr. Oetker Götterspeise als besonders beliebtes Dessert im Kühlregal.“

Hendrick’s Gin: Luxuspositionierung

Verpackungen, die Geschichten erzählen, können ein einmaliges Erlebnis sein.

Für Hendrick’s Gin hat Love, Manchester/ Großbritannien, ein limitiertes Geschenkset entworfen: G & Tea Time at the Hendrick’s Hotel. Das besondere ist neben dem Inhalt – ein sechsteiliges Teegeschirr mit Teekanne und einer Flasche Hendrick’s Gin –, die Gestaltung, die vielfältige Geschichten erzählt. Die Kreativen entwarfen eine maßgeschneiderte dreidimensionale Struktur, die das Teeset während des Transports schützt und sich dann in eine auffällige Vitrine verwandelt, die man gerne ansieht und entdeckt. Die südafrikanische Künstlerin Carmen Ziervogel, Kapstadt, hat die Packung illustriert. „Die Idee war, Luxus auf spielerische Art und Weise zu interpretieren und einen Hauch von Ungewöhnlichem mit einer ansonsten durchdachten und anspruchsvollen Ästhetik zu verbinden. Man denke an Chamäleons in alten englischen Zylinderhüten und Amseln, die als Türsteher verkleidet die Gäste begrüßen“, erklärt Helen Lazzari, Creative Director bei Love. „Bei Love wissen wir um die Wirkung limitierter Editionen, mit denen Marken in neue Bereiche vordringen können. Bei Hendrick’s wollten wir der Marke helfen, ihre Ambitionen im Luxussegment zu verwirklichen und gleichzeitig das Potential für zukünftige Entwicklungen zu implementieren.“
Muiris Ó Riada, Global Brand Director für Hendrick’s Gin, zeigt sich zufrieden und erklärt die Philosophie hinter der Geschenkverpackung: „Bei Hendrick’s streben wir an, jede Interaktion mit unseren Kunden zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Das Geschenkset ist unsere neueste und luxuriöseste Umsetzung. Es bietet unseren Kunden einen Einblick in die bezaubernde Welt von Hendrick’s Gin. Love hat ein wunderbares Geschenk entworfen, das die Menschen mit Stolz verschenken und sich noch jahrelang daran freuen können.“

Bite: Sirup mit Biss

Eine Positionierung zu verändern, bedeutet mehr als nur eine andere Gestaltung.

Seit 2018 entwickelte das dänische Unternehmen The Syrup Co. Sirupe für die Gastronomie. Eigene Rezepturen kombinieren klassische Zutaten mit Tees und Kräutern. Eine Erweiterung der Produktpalette zog eine neue Markenidentität und einen neuen Namen nach sich. Gemeinsam mit Everland, Kopenhagen/ Dänemark, wurden die einzelnen Schritte entwickelt und kreativ umgesetzt. Aus The Syrup Co. wurde Bite. Patrik Drobny, CEO des Sirupherstellers, erklärt den Hintergrund: „Unsere alte Identität und unser Name haben uns definitiv eingeschränkt. Die Menschen mussten wissen, dass wir viel mehr sind als nur Sirup. Everland hat unsere Essenz auf den Punkt gebracht, und jetzt fungiert Bite als unser Leitstern – intern und extern.“
Ein wichtiger Schritt war zudem die Umstellung von Glasflaschen auf ein Bag-in-Box-System. Gerade in der Gastronomie ist diese Verpackungsform sinnvoll und kann einfach gelagert werden. „The Syrup Co. dabei zu helfen, Bite zu werden, ist die Art von Markentransformation, die wir lieben. Als neue gastronomische Getränkemarke mit einem starken, nachhaltigen Profil und einigen wirklich aufregenden Produkten wird Bite mit Sicherheit eine disruptive Rolle auf dem Markt der Hotels, Restaurants und Cafés spielen“, meint Jonathan Faust, Designdirektor bei Everland.

Pommery: Geschenkedition Mandala

Weihnachten und der Jahreswechsel bieten sich für Sondereditionen an.

Das Champagnerhaus Pommery hat 2022 seine World Edition um eine Geschenkverpackung mit Mandalas aus Tibet erweitert. Wie bei den vorherigen Festtagsboxen mit Motiven aus Afrika und China war an der Gestaltung auch dieses Mal der französische Künstler Patrick Levrault beteiligt.
Die Gestaltung der Geschenkverpackungen von Pommery Brut Royale und Pommery Brut Rosé sollen Erleuchtung zum Jahresausklang bringen. Das Champagnerhaus sieht Parallelen zwischen den im Buddhismus zur Meditation eingesetzten Mandalas, die detailreich und präzise gefertigt werden, und der Herstellung seiner Produkte. Jan Zorgati, Marketingleiter von Vranken-Pommery Deutschland & Österreich, beschreibt die folienkaschierte Verpackung als zu 100 Prozent recycelbar. Eine besondere Konstruktion aus recycelten Papieren mache sie in der Welt der Spirituosen einzigartig.

Plink! – Für natürlichen Geschmack

Neue Konzepte und Produkte suchen den Markt zu erobern.

Wasser ist ein kostbares Gut. Es Literweise als Getränk zu transportieren, erscheint Maxwell Luthy und Luke Montgomery-Smith wenig sinnhaft. So entstand Plink!, eine Brausetablette mit natürlichem Geschmack, wie es heißt, die jedes Glas Wasser in ein erfrischendes Getränk verwandle.
Die New Yorker Agentur Made Thought war in das Kreativ- und Kommunikationskonzept eingebunden: „Vom Namen bis hin zur kühnen und grafisch aufgeladenen Identität haben wir uns eine energiegeladene und spannende Marke vorgestellt, bei der Geschmack, Spaß und Authentizität im Vordergrund stehen. Der Name selbst ist sowohl Lautmalerei als auch Anweisung. Es ist das Geräusch, das entsteht, wenn das Produkt ins Wasser kommt und seine magische Wirkung entfaltet. Die Energie und die Emotionen, die der Name Plink! hervorruft, haben uns geholfen, den Rest der Markensprache zu bestimmen, einschließlich der Verwendung von leuchtenden Farben, übertriebener Typografie und einer sehr menschlichen, authentischen Art, mit der Welt zu kommunizieren.“

 

Lippenstifte raffiniert präsentiert

Der Kosmetikmarkt erfordert in seiner Vielfalt besondere Konzepte.

Verpackungsprofi Dahlinger präsentierte auf der Luxe Pack in Monaco Etuilösungen für Kosmetikprodukte. Die Designabteilung unter Leitung von Benjamin Holch hat die Konzepte gestaltet. „„Vier Lippenstifte beherbergt dieses Etui aus überzogener Kartonage. Beim Öffnen werden die Lippenstifte zum Benutzer hin angewinkelt. Eine Folie mit einem blickwinkelabhängigen Farbübergang wird beim Öffnen an der unteren Innenseite des Deckels sichtbar, auf die ein parametrisches Muster im Offsetverfahren gedruckt worden ist. Die Fantasie-Marke Degree Zero wird auf der Deckel-Innenseite im Offsetdruck in eine zellulose-basierte Füllung gepresst. Die Lippenstifte selbst befinden sich auf einer Einlage, die zum oberen Ende hin abflacht, was das Herausnehmen der Lippenstifte noch einfacher gestaltet. Der Material-Mix eignet sich für das Papier-Recycling“, erklärt Holch den produktionstechnischen Hintergrund.

Rabenhorst: Etikettenrelaunch

Neue Rezeptur stößt ein Redesign an.

Das jüngste Produkt von Haus Rabenhorst ist Scharfes Gemüse, angereichert durch Ingwer, Chili und Pfeffer. Damit startet der Relaunch bei der Gemüsesaft-Range, der bis Mitte 2023 für alle Rabenhorst Säfte umgesetzt werden soll. Gestaltung und Reinzeichnung lagen bei Sauer Markenstylisten, Hamburg.
Auf Nachfrage von creativ verpacken erklärt die Marketingleiterin von Haus Rabenhorst, Silke Reuter, die Hintergründe des Relaunchs: „Unser Ziel ist es, mit einem frischen Auftritt die Sympathien der Verbraucher gegenüber der Marke zu steigern. Mit dem Claim Wissen, was gut tut unter dem Rabenhorst Logo wird der USP der Säfte auch für Neukäufer klar kommuniziert. Mit den farbig unterlegten Sortennamen und Halslabeln optimieren wir die visuelle Differenzierung und Lesbarkeit innerhalb der Range aus rund 80 Säften. Und parallel gelingt es uns, mit dem neuen Design sehr gut die Premium-Qualität unseres Sortiments modern zu kommunizieren.“
Die Etiketten wurden bei CDW Color-Druck gedruckt.

Stalden Creme: Auftritt aufgefrischt

Ab und zu ein Face-lift hilft auch Traditionsmarken im Regal mehr Aufmerksamkeit zu finden

Die Schweizer Dessertmarke setzt auf Nostalgie. Immerhin ist Stalden Creme fast 120 Jahre alt und gehört mittlerweile zum Schweizer Unternehmen Guma. Dieses erarbeitete gemeinsam mit Dominik Schoch und Tina Fuchs, Studio Schoch, Zürich/Schweiz, sowie ihrem Team das neue Markendesign für die Dessertprodukte. Über allem stand die Wiedererkennbarkeit der Marke. Neu sind der mit den Kreativen erarbeitete Claim „chli Nostalgie dörf si“ (die Nostalgie darf sein) sowie der überarbeitete Schriftzug mit dem Zusatz „seit 1903“. Die Milch-Schoko-Cremes in den Geschmacksrichtungen Vanille, Caramel, Milchschokolade und Schokolade sollen mehr als 70 Prozent Schweizer Milch enthalten.
„Wir erarbeiteten zudem verschiedene Kommunikationssujets unter dem Claim chli Nostalgie dörf si. Die Stalden Dosen werden mit unterschiedlichen Illustrationen inszeniert und stellen Szenen dar, in denen traditionell Stalden Creme genossen wird“, beschreibt Schoch die Vielseitigkeit des Projekts.