Archiv: creativ verpacken aktuell

Jahnke Süßwaren: Lakritz mit Frucht kombiniert

Wenn traditionelle Marken neue Produkte entwickeln …

Die ISM in Köln ist für Lakritz von Jahnke Süßwaren eine gute Plattform, neue Sorten vorzustellen. Das 1970 gegründete Unternehmen gehört seit 2024 zur familiengeführten Boettger Gruppe und konzentriert sich unter dem Dach von Cavendish & Harvey Confectionery auf die Herstellung hochwertiger Zuckerwaren. Die neue Range Lakritz & Frucht umfasst die Geschmacksrichtungen Kirsch, Pfirsich und Himbeere. Einzeln verpackt sind sie durch das Sichtfenster der Folienbeutel zu sehen. Ein klarer Farbcode ermöglicht die Sortendifferenzierung.


Die Gestaltung stammt von der Hamburger Designerin und Illustratorin Stefanie Twellmann. „Ihre Gestaltung greift die maritime Herkunft und den nordischen Charakter der Marke auf und übersetzt diese in eine eigenständige, zeitgemäße Bildsprache. Die reprotechnische Ausarbeitung wurde von Your Media übernommen,“ erklärt Lennart Schumann, Marketingleiter / Produktmanagement von Cavendish & Harvey Confectionery und Jahnke Süßwaren, und nennt gegenüber creativ verpacken weitere Details: „Bei Jahnke Lakritz & Frucht liegt der gestalterische Schwerpunkt auf Herkunft und Charakter. Die nordisch geprägte Bildwelt mit maritimen Motiven, die sofort sichtbare Zweifarbigkeit der Bonbons und das transparente Sichtfenster machen das Prinzip Lakritz & Frucht unmittelbar erlebbar. Klare Farbkontraste und eine prägnante Typografie sorgen auch hier für einen Wiedererkennungswert im Regal und unterstreichen den selbstbewussten, zeitgemäßen Auftritt der Range.“
Ein Display fungiert als Hingucker am PoS. Es wurde von der Wellpappe Auerswalde gefertigt und greift Farbwelten, Typografie und grafische Elemente der Verpackungen auf, was eine konsistente Markenwahrnehmung am PoS ermögliche.

 

Beyond Meat: Grasgrün motiviert Aufmerksamkeit

Immer mehr Produkte und Marken konkurrieren auch im Tiefkühlbereich.

Ein überarbeitetes Packungsdesign hat die internationale, auf pflanzliche Alternativprodukte ausgerichtete Marke Beyond Meat kürzlich in die Tiefkühltruhen gebracht. Mit der neuen Gestaltung von Equator Design mit der Zentrale in Manchester / Großbritannien sowie weiteren Filialen in England und Nordamerika, will die Marke ihr Engagement für Nachhaltigkeit unterstreichen. Mit der neuen Produktfotografie im Fokus der Packungen und einem leuchtend grasgrünen Farbton soll das Design moderner und lebendiger wirken. Man habe zudem bei den Trays bis zu 35 Prozent recycelten Kunststoff eingesetzt und weniger Material für die Etiketten verwendet. Auch enthalte der Kartonmantel einen höheren Recyclinganteil.
„Wir freuen uns, mit unserem neuen Packungsdesign eine verbesserte Recyclingfähigkeit, stärkere Markenpräsenz sowie größere Regalattraktivität für Verbraucher und Händler in ganz Europa zu bieten“, erklärt Bente van Dam-Vernooij, Packaging Design & Development Managerin bei Beyond Meat.

 

Haldengut: Regional verbunden

Designs für international aufgestellte Produkte sind oft unspektakulär, davon muss sich eine regionale Marke absetzen.

Die Schweizer Biermarke Haldengut und die gleichnamige Brauerei gibt es seit 1843. Damals machte der Landwirt Ferdinand Ernst aus seinem Agrarbetrieb in Winterthur eine Brauerei. Bevor die Marke in den 1990er Jahren von Heineken Schweiz übernommen wurde, hatte sie sich zu einer der größten Brauereien der Schweiz entwickelt. Mit einem neuen Design, das von Exacta Pro, Basel/ Schweiz, entwickelt wurde, soll die starke Verwurzelung der Marke Haldengut in der Region Winterthur und im Großraum Zürich gestärkt werden. Gleichzeitig, so Janis Fasser, Brand Manager bei Heineken für die Marke Haldengut, wolle man eine Brücke zu jüngeren Konsumenten schlagen: „Das Redesign unterstreicht unsere Authentizität und die lange Tradition, die hinter jedem Haldengut-Bier steckt.“ Auf Nachfrage von creativ verpacken zum Designkonzept sagt Fasser: “Das Redesign der Hals- und Bauchetiketten von Haldengut und Haldenkrone bringt die Optik auf einen modernen, zeitlosen Stand – mit klarer Typografie und besserer Orientierung auf dem Etikett. Das ikonische Pferd wird als prägendes Gestaltungselement prominent eingesetzt und stärkt, aus dem Haldengut-Logo abgeleitet, die Wiedererkennbarkeit sowie einen konsistenten Markenauftritt.“
Die Etiketten werden im Offsetdruck von Ferdinand Walcher & C.F. Rees hergestellt.

Zenger: Biogenuss nach asiatischer Tradition

Alkoholfreie, gesunde Mixgetränke sind im Kommen.

Nach dem Motto Tradition trifft Moderne sind unter dem Markennamen Zenger zwei Ginger Blends auf den Markt gekommen: Bium (Klarheit) und Cheum (Erfüllung). Beide beinhalten verschiedene biologisch angebaute Zutaten, wie peruanischen Ingwer, und werden in Deutschland abgefüllt.
Bei der Gestaltung war es dem Team unter Leitung von Sehee Eom, Project Lead von Zenger, wichtig, ein stimmiges Design aus einer Hand zu schaffen. Deshalb wurde viel Zeit und Sorgfalt in die interne Entwicklung investiert. Asiatische Tradition sollte sich mit moderner Wellness verbinden. Die visuelle Identität basiert auf einem koreanischen Farbkonzept, der sogenannten Obangsaek-Philosophie, die sich auf die fünf Farben Blau, Rot, Gelb, Weiß und Schwarz konzentriert. Diese stehen für die vier Himmelsrichtungen sowie das Zentrum und symbolisieren zugleich die fünf Elemente (Ohaeng-sasang). Sie verkörpern Harmonie, Gleichgewicht, Wärme, Stabilität und Gesundheit. Gleichzeitig wird die Natur als dynamische Balance gesehen, in der Farben, Emotionen, Jahreszeiten, Menschen und Richtungen miteinander verbunden sind. In Korea werden viele Designs nach diesem Prinzip gestaltet, heißt es seitens der Marke.
„Bei der Entwicklung von Zenger haben wir uns das Ziel gesetzt, asiatische Tradition in einen modernen Wellness-Kontext zu integrieren. Unser Anspruch war es, Authentizität und Ästhetik zu vereinen. Dies spiegelt sich in unseren ausgewählten japanisch-koreanischen Inhaltsstoffen, unserem Logo, das von traditioneller koreanischer Kalligrafie inspiriert ist, sowie in der Gestaltung unserer Flaschen wider. Ganz besonders wird das in unserem Farbkonzept deutlich. Es orientiert sich an der koreanischen Obangsaek-Philosophie, in der jeder Farbton eine eigene Energie und ein eigenes Element symbolisiert. So ist jede Farbe bewusst ausgewählt, damit jede unserer Flaschen die Idee koreanischer Harmonie in die Welt hinausbringt,“ erklärt Sehee Eom auf Nachfrage von creativ verpacken.
Bei den Etiketten ermögliche das rauhe, papierähnliche, haptische Material, die Qualität nicht nur zu sehen, sondern bei jeder Berührung der Flasche auch unmittelbar zu spüren.

Dog de Lux: Parfum für Hunde

Duft ist ein Versprechen – auch für Vierbeiner.

Gemeinsam mit dem Dufthaus Galimard und dem Verpackungshersteller Coverpla brachte Bruno Mocher, Vertriebsexperte für Haarpflegeprodukte, einen Duft der Luxusklasse für Hunde auf den französischen Markt. Das Nischenprodukt sollte zudem bezahlbar sein. „Bislang gab es nur Sprays in einfachen Flaschen, die nichts Besonderes waren“, erklärt Mocher. „Meine Idee war es, die neun Millionen Hundebesitzer in Frankreich anzusprechen, von denen sieben Prozent bis zu 3 000 Euro pro Monat für sogenannte Freizeitprodukte ausgeben.“ Seine Schwester Dominique unterstützte das Projekt und erarbeitete mit Galimard das Konzept eines leichten, eleganten, alkoholfreien Dufts ohne aufdringlichen Geruch. Beim Gestaltungskonzept des schlichten Flacons von Coverpla – mit einer Pumpe, die durch ein feines, gleichmäßiges Sprühmuster überzeugte, und einer passenden Pumpabdeckung – arbeiteten die Geschwister mit dem Designer Damien Marcos von der Agentur Flying Fish, Saint Didier-au-Monts-d’Or/ Frankreich, zusammen.
„Wir sind genauso vorgegangen wie bei einem Luxusparfum, ohne unnötigen Schnickschnack. Dieses Produkt ist ein Zeichen ultimativer Raffinesse, das vor allem dem Meister Freude bereitet. Es ist ein Geschenk, daher auch die Box“, sagt Bruno Mocher. Und Sébastien Saussereau, Direktor von Coverpla, ergänzt: „Bei dieser Entwicklung haben wir die Codes der High-End-Parfümerie mit einer raffinierten, zeitgemäßen Verpackung umgesetzt, die sowohl schön als auch praktisch ist.“
Die Faltschachtel greift das Motiv des Etiketts auf und unterstreicht den edlen Charakter durch eine Heißprägung.

Fofftein Seel: Likör erzählt Geschichte

Storytelling gehört zu den Instrumenten, die eine Marke in Szene setzen.

Ein Likör aus Weizenfeindestillat, verfeinert mit Auszügen von in Rum eingelegten Rosinen, Zitrusfrüchten, Orangenzesten, Vanille, Mandeln, Zimt und einer Salznote – diese Rezeptur ist der Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried gewidmet, die 15 Menschen getötet haben soll und 1831 dem Haftrichter vorgeführt wurde. Angeblich wollte sie mit einem Likör weitere Menschen umbringen … Diese düstere Geschichte hat die Bremerhavener Manufaktur Copper & Brave – Purveyors of Finest Spirits aufgegriffen. „Unsere Kunden kaufen nicht nur den außergewöhnlichen Geschmack der Spirituosen, sie kaufen auch eine Geschichte, die sie gerne weitergeben. Das schafft eine emotionale Bindung. Fernab von Sensationslust basiert unser neuer Likör Fofftein Seel auf einem historischen Ereignis der Stadt Bremen“, erklärt Birgit Braue, Geschäftsführerin von Copper & Brave. In Szene gesetzt wurde der Likör von der Designagentur Braue Marken-Experten, Bremerhaven, die für den Likör eine Flaschenform wählte, die an die damalige Zeit erinnern soll. Anstelle typischer Etiketten sprechen verschiedene Amtssiegel über das Sicherstellen des vermeintlichen Beweisstücks. Ein besonderes Detail sei die Miniatur des sogenannten Spucksteins, welche an jeder Likörflasche zu finden sei.

Pritt: Verbraucherorientierte Gestaltung

Klebestifte sind eine feine Sache – und auch hier gilt: dem Verbraucher möglichst viel Komfort zu bieten.

Seit 1969 gibt es die Pritt-Klebestifte. Die Verpackung wurde nun europaweit überarbeitet, um „das Konsumentenerlebnis am Point of Sale und zu Hause zu optimieren“, so Markeninhaber Henkel. Die neuen Karton-basierten Blister überzeugten durch ein modernes, frisches Design. QR-Codes sollen Zugang zu neuen digitalen Lern- und Bastelinhalten bieten. Ein Sichtfenster auf der Vorderseite lässt den Blick auf die Produkte zu. Ab Anfang 2026 sollen die Stifte in den neuen Blistern europaweit erhältlich sein.
Die neuen Verpackungen wurden mit der spanischen Designagentur Gimeno Brand Art Center, Barcelona, entwickelt. „Mit dem neuen Packungsdesign machen wir Pritt noch moderner, intuitiver und nachhaltiger. Durch die vereinfachte Navigation, das verbesserte Handling und die weitere Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks wollen wir unseren Kunden ein rundum optimales Erlebnis bieten“, erklärt Baptiste Chieze, Director Marketing, Digital & E-Commerce für Konsumentenklebstoffe bei Henkel Adhesive Technologies, gegenüber creativ verpacken.

 

Leonhard Kurz: Blickfang Etikett

Etiketten geben Flaschen ein individuelles Gesicht

Veredelungen gehören für Leonhard Kurz zum Alltag. Der Spezialist weiß, wie Etiketten und Verpackungen zum Strahlen gebracht werden können. So bietet die klassische Heißprägung brillante, haptische Effekte in einer enormen Vielfalt. Mit hohen Auflagen und Geschwindigkeit spielt der Kalttransfer seine Stärken aus. Mit exzellenter Präzision, hoher Produktionsleistung und der Möglichkeit zum Überdruck ist er die flexible Lösung für Marken mit einem breiten Sortiment. Von der digitalen Veredelung profitieren Kleinauflagen, Sondereditionen oder personalisierte Designs. Diese ermöglicht metallische Highlights und haptische Effekte ab Stückzahl eins – schnell, flexibel und ohne Werkzeugkosten.
Ob luxuriös, klassisch oder ausgefallen: Für jede Designidee und Produktionsanforderung bietet Leonhard Kurz die passende Transferveredelung und Veredelungstechnologie.

 

Havana Club: Karibisches Statement

Limitierte Auflagen leben vom Hauch des Besonderen.

Bunte Lebensfreude zeichnet die Limited Edition von Dark Rum Havana Club Añejo 7 Años aus, eine Marke von Pernod Ricard. Gemeinsam mit der Londoner Modedesignerin Martine Rose entstand ein Etikettendesign, das das kubanische Erbe von Havana Club mit den britisch-jamaikanischen Wurzeln von Rose verbindet. „Inspiriert von ihrer Herbst- / Winter-Kollektion 2025, kombiniert die Flasche goldene Akzente, holografische Folien, strukturierte Oberflächen und lebendige Aquarellfliesen, die an die Mosaikarchitektur Havannas erinnern. Roses handschriftliche Designnotizen und ihre Signatur verleihen dem Produkt eine persönliche Note“, heißt es seitens Pernod Ricard.
Freude und das gemeinsame Feiern sollten als verbindendes karibischen Erbe thematisiert und mit der frechen Londoner Attitüde der Modemarke kombiniert werden.

Spraga Kombucha: Neu im Markt

Fermentation ist eine alte Technik, Lebensmittel länger haltbar zu machen.

Neu auf dem deutschen Markt ist der in Tschechien hergestellte Spraga Kombucha, der aus Bio-Tee, Bio-Rohrzucker und einer lebenden Scoby-Kultur, auch Kombuchapilz genannt, gefertigt wird. 2023 gegründet, werden die Geschmacksrichtungen Original, Apfel & Birne, Granatapfel und Ingwer & Zitrone in der Getränkedose angeboten.
Die Gestaltung lag, nachdem das ursprüngliche Designkonzept intern entstanden war, bei Dozen Agency, Kiew / Ukraine. Die Agentur begleitet die Marke seit 2023. Bei der Gestaltung wurde auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Natürlichkeit, Frische und Urbanität wert gelegt.
Die Weiterentwicklung des Logos war für die Kreativen der Kern der Arbeit: „Das Spraga-Logo wirkt offen, selbstbewusst und transportiert durch seine organische, leicht unregelmäßige Form die Lebendigkeit des Produkts. Die typografische Gestaltung spielt bewusst mit einem natürlichen Fluss – inspiriert von Bewegung, Fermentation und dem lebendigen Charakter des Getränks. Das Logo steht sinnbildlich für den Markenanspruch Echt anders: authentisch, natürlich und unkonventionell zugleich“, heißt es auf Nachfrage von creativ verpacken. Die grafische Sprache sei reduziert, aber selbstbewusst – mit kräftigen Farbflächen, klarer Typografie und subtilen Elementen, die an die Fermentation, die natürlichen Zutaten und die Lebendigkeit des Produkts erinnern. Jede Sorte habe ihre eigene, charakteristische Farbe, die nicht nur geschmacklich inspiriert sei, sondern auch im Kühlregal oder Kühlschrank sofort ins Auge falle.
2026 will Spraga Kombucha eine weitere Produktionsstätte in Portugal eröffnen.