Archiv: creativ verpacken aktuell

Bad Reichenhaller: Fleur de Sel der Alpen

Positionierung ist ein komplexes Thema – von der Gestaltung bis zur Namensgebung.

Ein lange Tradition und eine hohe Salzkompetenz zeichnen Bad Reichenhaller – gemäß Circana – als deutschen Marktführer im Speisesalzsegment aus. Der Markenrelaunch geht einher mit einer Neupositionierung. Die Designerin Ute Bach-Mohamed von Honeypot Designstudio, Offenbach, war für die Neugestaltung zuständig. Auf Nachfrage von creativ verpacken erklärt sie: „Ich wollte ein Packungsdesign kreieren, das dem edlen Inhalt eine emotionale und wertschätzende Heimat bietet.“
Seitens Bad Reichenhaller heißt es: „Die Alpensilhouette steht für die Herkunft und schafft so eine emotionale Verbindung zur Natur. Der hohe Weißanteil steht für Reinheit und Authentizität, während die feine Papierstruktur den natürlichen Charakter des Produkts hervorhebt. Die bewusste Reduktion auf das Wesentliche verleiht dem Design eine ruhige und elegante Ausstrahlung. Eine ausgewogene Komposition, eine akzentuierte Farbgebung und sorgfältig gesetzte Details formen ein harmonisches Gesamtbild mit klarer Informationshierarchie und zeitloser Ästhetik. Das wohlproportionierte Logo kennzeichnet das Produkt eindeutig als Markenprodukt aus dem Hause Bad Reichenhaller / Südwestdeutsche Salzwerke.“
Die bisher als Edle Alpensalze bezeichneten Manufakturprodukte werden künftig als Fleur de Sel der Alpen vermarktet. Bad Reichenhaller strebt mit Einführung dieser Salzkategorie ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Salzmarkt an und will neue Kundengruppen, vor allem Premium- und Bio-Käufer ansprechen. Die charakteristischen Salzkristalle entstehen in Manufakturarbeit aus reiner Natursole und sollen in ihrem Geschmack und ihrer Textur einem Fleur de Sel Meersalz gleichen.

 

Schweppes: Modernisiert in die Zukunft

Wenn Tradition nach vorne schaut …

Im Jahr 2033 wird die Marke Schweppes 250 Jahre alt. Der Blick in diese Richtung hat bereits jetzt zu einem Relaunch geführt, bei dem das Schweppes Logo, das Gelb der Marke sowie die neue Etikettenform auf der 1,25 Liter Einweg-PET-Flasche und der 0,2 Liter Alice-Flasche ins Zentrum gerückt wurden. Mit im Gestaltungsboot war die Agentur Roman Klis, Herrenberg.
Ralph Zimmerer, Geschäftsführer Marketing der Krombacher Gruppe, bei der die Markenrechte von Schweppes Deutschland und Österreich liegen, erklärt den Relaunch: „Schweppes ist seit über 240 Jahren eine Ikone und setzt bis heute Standards in der Kategorie. Mit dem neuen Auftritt machen wir die Marke noch sichtbarer – im Regal wie in der Gastronomie. Wir stärken die Premium-Positionierung und Modernität von Schweppes.“
Der Relaunch umfasse alle Sorten und Gebinde in Deutschland und Österreich. Erste Produkte im neuen Look seien bereits im Handel. Bis Anfang November soll der Großteil der Range sichtbar sein.
Die Übertragung des neuen Designs auf die komplette Produktausstattung erfolgte durch GFA Marketing Intelligence, Siegen.

 

Dom Pérignon: Zwischen Tradition und Innovation

Die Botschaft einer Marke wird zumeist von der Verpackung transportiert.

Zwei limitierte Editionen präsentieren sich im Takashi-Murakami-Design: Dom Pérignon Vintage 2015 und der Dom Pérignon Rosé Vintage 2010. Die freundlich lächelnden Blüten des japanischen Künstlers stehen im Fokus der Gestaltung. Etiketten und Geschenkverpackung werden so zu einem Hingucker der Lebensfreude. „Die Blumen wirken wie lebhafte Comicfiguren – traumhafte Gestalten einer Natur, die ständig in voller Blüte stehen. Sie schaffen eine poetische Spannung: Raffinesse trifft auf Überschwang, und bilden eine Harmonie zwischen Schlichtheit und Strahlkraft, Eleganz und Verspieltheit. Sie verbinden die zeitlose Eleganz von Dom Pérignon mit Murakamis lebhafter Fantasiewelt,“ heißt es seitens des Champagnerhauses.
Die Ranken der Weinreben sind bei der Limited Edition auf dem Dom Pérignon Flaschen-Schield durch eine fantasievolle Blumenwelt ersetzt, quasi ein Garten in Blüte als kreativem Dialog zwischen Champagnermarke und Künstler. Auf den Geschenkverpackungen rahmen Murakamis leuchtende, in üppiger Fülle blühende Blüten das Shield ein.

Cheeky Panda: Relaunch für die Bambusrevolution

Produkte, die Nachhaltigkeit anstreben, greifen gelegentlich zu ungewöhnlichen Materialien.

Cheeky Panda ist eine 2016 von Julie Chen gegründete Tissuemarke für Produkte aus Bambus. Um den Tissuemarkt weiter aufzurollen, wurde B & B Studio, London/Großbritannien, mit der Neupositionierung der Marke beauftragt. Bisher werden 16 verschiedene Produkte in 25 Ländern angeboten. Doch die Marke möchte in der Haushalt-Kategorie weiter wachsen.
Als Eyecatcher tauchte der Pandabär Colin in verschiedenen Gestalten auf den Verpackungen auf, was niedlich und zugleich verwirrend war. Das neue Design wirkt deutlich aufgeräumter und zentriert sich um die Wort-Bild-Marke Cheeky Panda.
Einer der Hauptkritikpunkte am vorherigen Packungsdesign, so Julie Chen, sei die wörtliche Darstellung von Bambus gewesen – einer von Natur aus stacheligen Pflanze –, die im Widerspruch zu den Botschaften der Marke über seidig weiche Texturen gestanden habe. Die neuen Designs zeigten, erklärt Shaun Bowen, Mitbegründer und Kreativpartner von B&B, eine illustrative Interpretation von Bambus, die durch die Tiefe von Farben und Texturen Weichheit und Natürlichkeit in den Vordergrund stelle: „Die neuen Designs vermitteln einen mutigeren und selbst bewussteren Ton, inspiriert von der Mission der Marke, eine Bambusrevolution zu schaffen. Auf allen Verpackungen wurden die Botschaften von Cheeky Panda vereinfacht und hervorgehoben, sodass wichtige Fakten zur Nachhaltigkeit im Fokus stehen, ohne die natürlich verspielte Persönlichkeit der Marke zu beeinträchtigen.“

Absolut mit Künstler-Edition

Bekannt für originelle Markenauftritte warten die Verbraucher stets auf die nächste Ausgabe der Vodka-Marke.

Die Flaschengestaltung der aus Südschweden stammenden Vodka-Marke begeistert seit Jahrzehnten. Seit 2008 gehört sie zu Pernod Ricard. In diesem Jahr ehrt die Marke zum zweiten Mal den bereits 1990 verstorbenen Künstler Keith Haring. Als Vertreter der Pop-Art gilt er als einer der größten Street-Art-Künstler. Seine Botschaft, so Pernod Ricard: Kunst ist für alle da und soll aus den Museen ins echte Leben geholt werden. Die Idee dahinter: den Künstler einer neuen Generation vorzustellen.
1986 habe Haring seine erste Absolut-Flasche auf Empfehlung von Andy Warhol gestaltet. Mit Harings ikonischer Signatur auf der Flasche pulsiere das Design vor Energie: ein geprägter Rhythmus tanzender Figuren, zum Leben erweckt in seinem charakteristischen Rot und Gelb, scharf abgegrenzt vom ikonischen Absolut-Blau. Eine handgezeichnete Interpretation der Absolut-Medaille mit Gründer L.O. Smith am Flaschenhals verleihe dem Design eine persönliche Note.
Clémence Kurtz, Head of Brand Management Pernod Ricard Deutschland, zur aktuellen Winter-Edition: „Mit der Absolut Haring Edition feiern wir die Kunst – laut, bunt und offen für alle. Die Flasche ist nicht nur ein Designobjekt, sondern ein Symbol für kreative Energie.“

Costa: Marken- und Packungsrelaunch

Neue Produktkonzepte können eine neue Sichtbarkeit motivieren.

Bekannt für TK-Naturfisch- und Meeresfrüchte ist Costa, eine Tochter der Apetito-Gruppe, jetzt in den Bereich der zubereiteten TK-Fischprodukte eingestiegen. Um die Premiumqualität und Expertise von Costa auch visuell im Regal deutlicher sichtbar zu machen, entschloss sich das Unternehmen zu einem Marken- und Packungsrelaunch, mit dem es die Designagentur Roman Klis, Herrenberg, beauftragte.
„Unsere bisherige Gestaltung hat das hohe Qualitätsniveau nicht ausreichend transportiert – gleichzeitig wurde es zunehmend unübersichtlich im TK-Regal, da zahlreiche Handelsmarken unseren ursprünglich prägenden blauen Holzfond übernommen haben“, erklärt Costa-Geschäftsführer Dr. Carsten Wehrmann gegenüber creativ verpacken. Mit dem neuen Design setze das Unternehmen daher auf ein deutlich vergrößertes Logo, das selbst aus drei Meter Entfernung sofort erkennbar sei. Die neu eingeführte dunkelblaue Farbwelt stärke die Premiumwirkung und schaffe Differenzierung – in Kombination mit großformatigen, pur inszenierten Produktabbildungen, die den Appetite-Appeal deutlich erhöhen sollen. Ein neues Sortenband mit klar strukturierten Reason-to-Buy-Elementen und das Costa-Garantiesiegel unterstützten zusätzlich den Kaufimpuls. Das neue Design soll die Markenwerte „Leidenschaft, Expertise und ehrlichen Fischgenuss“ direkt ins TK-Regal transportieren.
Die Faltschachteln hat das polnische Unternehmen Karton-Pak gefertigt.

 

Khadi: Neue optische Einheit

Manchmal ist eine Veränderung der Verpackung notwendig.

Schönes Haar ist ein Zeichen von Pflege, die es bis in die Tiefe nährt und dauerhaft stärkt – so das Selbstverständnis des für Haut- und Haarpflege stehende Unternehmen Khadi. Dies sei mehr als nur ein Versprechen: Es sei gelebte Ayurvedische Tradition. Die Conditioner des Kosmetikherstellers präsentierten sich nun neu in PET-Flaschen mit einem Apothekerglas-Design, wie Roman Marest, dessen Agentur Kemnitzmares, Stuttgart, mit dem Relaunch beauftragt war, den neuen Auftritt beschreibt. Damit bildeten die Ayurvedischen Elixier Shampoos und Conditioner von Khadi auch optisch eine harmonische Einheit.
Für creativ verpacken beschreibt der Kreative den Ansatz: „Das Designkonzept wurde so weiterentwickelt, dass Shampoo und Conditioner in den Sorten Rose, Amla und Shikakai als stilvolles Duo innerhalb einer Farbfamilie erscheinen – ganz nach dem Motto same same but better. Der neue Look wirkt hochwertiger als bisher, während die Handhabung gleichzeitig noch komfortabler ist.“ Trotz des frischen Auftritts bleibe Khadi seiner Designlinie treu: flächige Monofarben, dezente ornamentale Muster und eine ästhetische Einbindung ins Haircare-Gesamtkonzept sorgten für Wiedererkennung. Die feinen Muster auf den Etiketten sind eine Hommage an Indien, die Wiege des Ayurveda und der Heimat von Khadi. Auffällig sei zudem der markante Hinweis im unteren Bereich der Vorderseite, der auf das Herzstück der Marke verweise: das Khadi-Elixier, eine Ayurvedische Pflanzenessenz.

Teekanne: Die Wintersaison ruft

Geht der Sommer zur Neige, winkt schon gleich der Winter.

Frische Akzente in das saisonale Teegeschäft möchte Teekanne mit einem Adventskalender als winterliche Teereise durch die Adventszeit, einem Bio-Apfelpunsch und der Sorte Kuschelabend bringen. Alle drei wurden von der Münchner Designagentur Friedlhampen gestaltet und sollen die Bedürfnisse nach Wärme, Geborgenheit und einem besonderen Teegenuss in der Winterzeit bedienen.
Ziel sei, so Christian Exner Arizaga, Leiter Marketing & Öffentlichkeitsarbeit bei Teekanne, gegenüber creativ verpacken, ein modernes Adventskalenderkonzept, das klassische Winter- und Weihnachtselemente wie Schneeflocken, Mistelzweige oder Zuckerstangen aufgreife und diese mit gestalterischen Anklängen an die geschmackliche Vielfalt der Tees verbinde. Ein warmer Rotton und goldene Akzente sollen dem Kalender eine hochwertige und festliche Anmutung verleihen. „Die verspielte, moderne Gestaltung lädt gleichermaßen zum Verschenken wie zum Selbstgenießen ein.“ Die Faltschachtel des Adventskalenders wurde von Gundlach hergestellt.
Das Design des Bio-Apfelpunschs orientiert sich optisch an der bestehenden Teekanne Bio-Wintertee-Range und transportiere das vertraute Weihnachtsmarktgefühl durch warme Holzelemente. „Im Mittelpunkt steht der Apfel als Hauptzutat – gestalterisch unterstrichen durch seine Platzierung und Farbgebung. Gleichzeitig macht die natürliche, zurückhaltende Farbwelt die Bio-Qualität des Produkts unmittelbar sichtbar und greifbar,“ so Exner Arizaga weiter. Kuschelabend schließlich soll über die Verpackung ein wohliges, entspanntes Wintergefühl vermitteln. Die Gestaltung setze bewusst auf weiche Farbtöne und detailverliebte Elemente, die Birne und Vanille als geschmackliche Leitmotive des Tees visuell aufgriffen und so emotional auf das Genusserlebnis einstimmten. Die Faltschachteln von Apfelpunsch und Kuschelabend wurden von Graphic Packaging International produziert.

Luxe Pack Monaco 2025 mit Neuerungen

Bewährtes bildet mit Neuem ein Team.

Feine Materialien, ausgesucht schöne und hochwertige Verpackungen, Erlebnisse für die Sinne – sehen, fühlen, riechen – das ist das Wesen der Luxusverpackungsmesse in Monaco, die vom 29. September bis zum 1. Oktober 2025 stattfindet. 2025 erwartet Aussteller und Besucher zudem ein erweitertes und umgebautes Messegelände, auf das man gespannt sein darf. Die Messe versteht sich als globale Plattform für Verpackungsinnovationen. Das Interesse am Netzwerken führt 2025 zu einem neuen Format, dem Col’Lab (The Collaborative Laboratory). Neu ist auch The Portal, wo Unternehmen versammelt werden sollen, die innovative Technologien, modernste Materialien und Dienstleistungen anbieten sowie den Übergang zu intelligenten und nachhaltigen Verpackungen fördern.
Hochwertige Packungskonzepte sind auch 2025 an den Ständen zu erwarten, wie hier am Stand des Pariser Designers Alnoor, Objects de Convoitises, der 2024 Flacons seines Kunden Caron präsentierte.

Sebamed: Modernisierter Markenauftritt

Von der Entwicklung eines neuen Designs bis zu seiner Umsetzung braucht es bisweilen Zeit …

Bereits im April 2024 war die neue Gestaltung von Sebamed in den Markt eingeführt worden. Jetzt wurde sie Schritt für Schritt auf das gesamte Sortiment übertragen. „Mit dem neuen Packungsdesign bringen wir unsere medizinisch-wissenschaftliche Ausrichtung, unsere Markenwerte und die bewährte Produktqualität mit dem pH-Wert 5,5 in ein modernes, klar strukturiertes Format“, erklärt Manuel Rodriguez, Marketing Director bei Sebapharma, gegenüber creativ verpacken. „Das überarbeitete Design schafft Orientierung, hebt zentrale Produkteigenschaften deutlich hervor und macht sichtbar, wofür Sebamed seit mehr als fünf Jahrzehnten steht: für gesunde Haut auf Basis wissenschaftlicher Expertise.“ Mit dem Design war PBL Milk aus Köln beauftragt.
Auf Nachfrage von creativ verpacken wurde das neue Packungskonzept von Sebamed wie folgt beschrieben: Es folge einem klaren, zeitgenössisch-minimalistischen Designansatz. Im Vergleich zum bisherigen Erscheinungsbild sei das Layout deutlich reduziert und strukturierter gestaltet. Weißflächen und dezente Farbcodierungen je Produktlinie sorgten für eine medizinisch anmutende Optik, während zentrale Informationen wie Hauptinhaltsstoffe, Studienergebnisse und die pH-Wert-Skala stärker in den Fokus rückten. Das Design transportiere die dermatologische Kompetenz sichtbarer und differenziere sich klar vom Wettbewerb.