Japanisches Papierhandwerk

Faszination Papier – und das, was daraus entstehen kann: zum Beispiel 30 Projekte zum Schreiben, Ordnen und Aufbewahren.
Aya Nagaoka besuchte vor vielen Jahren einen Buchbindekurs in England und begann eigene Papierwaren herzustellen. Nach ihrer Rückkehr nach Japan beschäftigt sie sich auch beruflich mit dem Entwerfen und Entwickeln von Papierprodukten. Dabei kam ihr in den Sinn, dass wirklich gute Papeterie viel einfacher sein müsste … Dieser Ansatz liegt ihrem 128 Seiten starken Buch für den Haupt Verlag zugrunde. Die richtigen Materialien und Werkzeuge sind wichtig, deswegen stellt sie diese Informationen an den Anfang ihres Buchs, ebenso Techniken wie das Kleben oder Heften von Blättern.
Die verschiedenen Papierprojekte sind eingeteilt in die Bereiche Schreiben, Ordnen, Aufbewahren. Schritt für Schritt erklärt sie, welche Materialien zum Einsatz kommen, zeigt die Größe des jeweiligen Projekts auf und fügt Konstruktionszeichnungen an, bevor die einzelnen Anleitungsschritte in Bild und Wort erklärt werden. So entstehen Miniaturbücher, Klemmbretter, Dokumentenmappen oder Sammelalben.
Für 26 Euro können eigene Papierprojekte in Angriff genommen werden.

Einfach machen – einfach gründen! Der Praxiscoach

Katharina Marisa Katz ermutigt, sich selbstständig zu machen. Allerdings kennt sie auch die Fallstricke. Daher nimmt sie ihre Leser*innen mit ihrem bei Knesebeck erschienenen Buch an die Hand. Neben allgemeineren Informationen gibt es zu allen denkbaren Themen Checklisten, Fragebögen oder To-do-Listen. Damit möchte die Autorin Licht in den dunklen Dschungel der Digitalisierung bringen. Zu einzelnen Punkten zieht sie erfahrene Freelancerinnen zurate und stellt den Kontakt her. Der 160-seitige Praxiscoach (17;99 Euro) hilft, die wichtigsten Punkte bei der Unternehmensgründung im Blick zu behalten und achtet auch auf die virtuelle Komponente für diejenigen, die es wollen, denn: Nur wer im Netz gefunden wird, kann etwas verkaufen.

Craft Beer Design

Einen Toast auf die Craft-Beer-Brauer und die Designer, die den Bieren ihr Gesicht geben – schreibt der dänische Designer Peter Monrad in seinem Vorwort. Mit Robert Klanten ist er Herausgeber des Buchs. Bei Gestalten erschienen stellt es 49 Craft-Bier-Brauereien aus aller Welt und ihre Packungsdesigns vor. Jeweils sechs Fragen zum gestalterischen Auftritt der Marken werden beantwortet und geben einen Einblick, wo sich die jeweilige Craft-Beer-Marke ansiedelt. Designer und Künstler verleihen den Flaschen und Dosen in beeindruckender Vielfalt eigene Gesichter.
Inmitten der internationalen Microbrauereien – viele aus Nordamerika – findet sich die Berliner Marke Fuerst Wiacek, der der Sprung in die kuratierte Auswahl der außergewöhnlichen Gestaltungskonzepte gelungen ist. An ihrer Seite ist die kroatische Designagentur Mireldy, Zagreb.
Neue Biererlebnisse – sowohl geschmacklich als auch designerisch – bringen den Genuss auf eine andere Ebene: „Craft Beer Design ist ein visuell geprägter Blick auf einige der interessantesten Mikrobrauereien der Welt. Ohne diese Künstler würden wir vielleicht nicht so viel trinken, und vor allem: nicht so genießen. … was gibt es Besseres, als ein Bier zu öffnen und direkt in die erstaunlichen Designs einzutauchen?“ fasst Monrad zusammen.
Das Buch ist auf Englisch erschienen, hat 208 Seiten und gibt für 29,90 Euro einen guten Überblick zu zeitgemäßen Packungsdesigns.

Materialreport 2022. Fokus Kreislaufwirtschaft

Über den Tellerrand sehen: Das Buch richtet sich an kreative Planende, Architektur-, Innenarchitektur- und Designschaffende sowie Materialhersteller. 144 Seiten zeigen Beispiele, sprechen über Nachhaltigkeit, Recyclingmaterialien und Kreislaufwirtschaft. Die Online-Materialdatenbank und physische Materialausstellung Raumprobe in Stuttgart ist Herausgeber und hat zudem einen Teil der Beiträge verfasst. Anliegen hinter der aktuellen Ausgabe: „Klimawandel, Rohstoffmangel, Biodiversitätsverlust – kein Tag vergeht, an dem wir nicht darüber diskutieren. Mittlerweile ist uns allen bewusst, dass die Baubranche in der Transformation zu einer nachhaltigeren, lebenswerteren Welt eine bedeutende Rolle spielt. Dieser Wandel ist auch mit wirtschaftlichen Chancen verbunden“, so die Herausgeber. Und wenn man es sich recht besieht, dann trifft das auf viele Branchen zu.
Gleichzeitig ist die Ausgabe, die bei Avedition erschienen ist, die Dokumentation des Materialpreis 2021.
Der Band inspiriert für 35 Euro und kann unter dem Aspekt gesehen werden: von einander lernen.

Der Tag, an dem wir aufhören zu shoppen

Die Macht des Verbrauchers – oft beschworen, fast nie genutzt. J. B. MacKinnon hat sich auf der Welt umgesehen und in viele Gesellschaften hineingeschaut. 480 Seiten widmet der kanadische Journalist und Autor dem Thema Konsum und wie wir damit umgehen könnten. Weniger kaufen? Sein Fazit ist gezielter und qualitätsvoll kaufen. Das allein kann einiges bewegen. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Ländern zeigt er mögliche Wege auf. Da sind die beiden Schwestern, die auf alten Maschinen langlebige Besen herstellen. Da gibt es die Idee, statt einen neuen Mantel zu kaufen, den alten ändern zu lassen. Nur weil ein Schnitt aus der Mode gekommen ist, ist das Kleidungsstück schließlich nicht wertlos. Viele Gedanken und Beispiele sind neu, manche Überlegungen bekannt, doch das Gesamtbild fügt alles zusammen, so dass Neues entsteht – zum Wohle aller. Bei Penguin erschienen ist das eine inspirierende Lektüre für 20 Euro.

Solutions – Nachhaltige Lösungen für eine lebenswerte Zukunft

Konkrete Ansätze zum Lösen der Klimaproblematik will dieses, bei Oekom erschienene Buch aufzeigen. Die Dokumentarfotografin Tina Eichner reiste zu verschiedenen Projekten in Deutschland, war aber auch weltweit unterwegs. Die vorgestellten Beispiele kommen aus unterschiedlichen Bereichen, wie Konsum oder Kreislaufwirtschaft. Kunstobjekte aus (Verpackungs-) Müll spielen ebenso eine Rolle wie eine ganzheitlich nachhaltige Lebensweise oder erneuerbare Energien. Das Buch ist zweisprachig: Deutsch und Englisch. Mitgearbeitet haben daran auch Ina Friebe, Clara Grundwald, Linda Loreen Loose, Jonas Wahmkow und Judith Weber. Es umfasst 224 Seiten und gibt für 24 Euro Denkanstöße und Motivation zum Handeln.

 

Freistil 7 – Das Buch der Illustration

157 Illustratoren aus zehn Ländern vereint das von Raban Ruddigkeit herausgegebene Buch Freistil 7 auf 376 Seiten. Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs vom Verlag Hermann Schmidt fasst den Ansatz zusammen: „Tag für Tag werden wir von einer Bilderflut auf Instagram & Co. überrollt. Hunderttausende Fotos, die alle nicht wirklich viel sagen. Anders dagegen die Illustration: Sie schafft Bilder, die das Denken, Handeln und Fühlen derer verändern, die sie betrachten. Illustration interpretiert, fokussiert und karikiert, sie verändert Weitsicht und stößt damit Veränderungen an. Illustration ist Aktion: Illustraction!“ Ruddigkeit formuliert in seinem Vorwort, dass Kreativität nicht trotz, sondern wegen widriger Umstände entstehe. Wen wundert es, dass er Art Spiegelmann als herausragenden Illustrator noch einmal portraitiert? Dazu passt auch das, was der Verlag Hermann Schmidt in seiner Vorschau des Buches schreibt: „Autoritäre Systeme fürchten die Macht der Bilder. Je mehr Autokraten die Welt erlebt, desto wichtiger wird die politische Bedeutung der Illustration – leider allerdings wächst auch die Gefahr für diejenigen, die den Mut haben, der Welt einen Spiegel vorzuhalten. Diese Ausgabe von Freistil ist deshalb weit mehr als eine Einladung zum Entdecken neuer Talente.“
Die Illustration ist eine der wichtigsten Möglichkeiten des politischen Ausdrucks – in allen politischen Systemen. Dem trägt das Buch übrigens auch Rechnung, indem es Illustratoren aus dem Iran, Kuba und Russland zu Wort kommen lässt.
Es gibt viel zu entdecken und zeigt einmal mehr, welche Vielfalt in der Aussage ebenso wie im Stil von Illustrationen zu finden ist. Es lohnt sich, 40 Euro in die Hand zu nehmen, um alte und neue Illustratoren und ihre Arbeiten (wieder) zu entdecken.

Illustration spielt übrigens auch auf der Verpackung eine wichtige, wenn auch weniger politische Rolle. Dem widmet sich das TopThema von creativ verpacken 5/21. Die Ausgabe erscheint am 1. September 2021.

The World’s Favourite Colour Project

Was ist deine Lieblingsfarbe? Diese harmlos klingende Frage zielte auf eine neue Papierfarbe von Colorplan anlässlich des 80-jährigen Jubiläums seines Herstellers G.F Smith ab, wie Jutta Birkenhauer, International Sales Manager des Papierherstellers, verriet. Gleichzeitig startete – zunächst unbeabsichtigt – eine umfangreiche Studie zu Farbwahrnehmung und Farbpsychologie. Weltweit nahmen, so Birkenhauer, mehr als 26.500 Personen teil: „In den Antworten verknüpften die Teilnehmer immer wieder die gleichen Wörter beziehungsweise Emotionen mit bestimmten Farben. Wir waren beeindruckt und sicher: Das ist kein Zufall. Wir wandten uns an die Expertin für Farbpsychologie, Anna Franklin.“ Die Professorin für visuelle Wahrnehmung und Kognition der Universität von Sussex bestätigte, dass es sich um die größte Farbstudie der Welt handelte. Die Lieblingsfarbe der Welt ist Marrs Green (benannt nach Annie Marrs aus dem schottischen Dundee), ein warmer Grünton, der mittlerweile in das Colorplan Sortiment aufgenommen wurde.
Der Papierhersteller und die Professorin entwickelten eine vielfältige Studie, die Hintergründe und Lieblingsfarben der Welt erläutert. Franklin bringt ihre Erfahrungen und ihr Wissen in das daraus entstandene 172-seitige Buch ein. Ergänzt werden ihre Zusammenstellungen durch Ian Makgill, Gründer von Spend Network, einem Unternehmen, das sich auf die Analyse und Aufbereitung komplexer Daten spezialisiert hat.
Das Buch kann für 175 Pfund über die Website www.worldsfavouritecolour.info bestellt werden.
Unter https://www.youtube.com/watch?v=-5VizvIdkfE wird das Projekt in einer Präsentation vorgestellt.

Das Papier kann über Römerturm bezogen werden.

 

Venedig – Ein Spiegelbild der Menschheit

Die Lagunenstadt der Sehnsüchte hat der Fotograf Gerhard Roth eingefangen: Bekanntes und Unbekanntes, Scharfes und Unscharfes, Altes und Neues, Touristen und Reisende. Szenen und Gesichter einer Stadt, auf vielen Reisen entdeckt, füllen den 400 Seiten starken Bildband, der bei Brandstätter erschienen ist. Dazwischen immer wieder informative Texte, die dem Betrachter die Stadt in ihren Facetten näher bringt, ihre Kirchen, Museen, Eigenheiten beschreibt. Es ist wie ein Spaziergang durch Venedig, den die Betrachter unternehmen. Und damit niemand den Überblick oder gar sich selbst verliert, gibt es Wegpunkte, die am Anfang und Ende des Buches in Pläne der venezianischen Insellandschaft eingezeichnet sind. Ein Vorwort von Martin Behr und ein Nachwort von Daniela Bartens (beide Herausgeber des Buches) runden die Eindrücke ab. Für 50 Euro kann durch Venedig spaziert werden.

225 Farben/ 225 Colors

Wer sich mit Farben beschäftigt, gerät schnell an seine Grenzen oder ist enttäuscht, weil der kleine, gedruckte Farbschnipsel in der Fläche ganz anders wirkt. Nicht nur Architekten, Maler oder Denkmalpfleger haben mit Farben zu tun, auch für Designer sind sie eine wichtige Gestaltungsgrundlage. Katrin Trautwein von der Farbmanufaktur kt. Color hat 225 Farben zusammengestellt, sie kurz beschrieben und jede Farbe mit einem handgestrichenen Original-Farbmuster vorgestellt. Im Schuber mit einem Buch der Farbinformationen, einer Übersicht der Farben- und Farbtöne und den Farbkarten ist das bei Birkhäuser erschienene Handwerkszeug gut aufgehoben. Die Zusammenstellung ist ein Kleinod, das für 69,95 Euro in keinem Kreativregal fehlen sollte.